Generali
Deutliches Gewinnwachstum für 2012 angepeilt

Der italienische Versicherer Generali erwartet für 2012 einen deutlichen Gewinnschub. Im vergangenen Jahr hatte es wegen Abschreibungen auf Griechenland-Anleihen noch einen kräftigen Einbruch gegeben.
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MailandNach einem Gewinneinbruch im Zuge der europäischen Schuldenkrise will der italienische Versicherer Generali 2012 wieder deutlich mehr verdienen. „Wir haben in diesem Jahr ein deutliches Wachstum beim Gewinn als Ziel“, sagte Konzernchef Giovanni Perissinotto am Dienstagabend.

Abschreibungen von einer Milliarde Euro auf griechische Staatsanleihen und Wertpapiere halbierten den Überschuss im vergangenen Jahr auf 856 Millionen Euro, wie Europas Branchendritter mitteilte. Die Schuldenkrise hatte das Unternehmen ebenso hart getroffen wie Marktführer Allianz. Allerdings blickt Generali optimistischer in die Zukunft als sein Münchener Rivale. Mittelfristig soll das operative Ergebnis um mehr als eine Milliarde auf rund fünf Milliarden Euro zulegen.

Neben der Griechenland-Krise drückte auch die Beteiligung an der Holding Telco, die Telecom Italia kontrolliert, auf das Generali-Ergebnis. „Unsere Bilanz wurde 2011 durch einmalige Abschreibungen, vor allem auf griechische Staatsanleihen und auf den Anteil an Telco belastet, was sich 2012 nicht wiederholen wird“, betonte Perissinotto.

Allianz-Chef Michael Diekmann hatte sich im vergangenen Monat für das laufende Jahr deutlich vorsichtiger gezeigt. Der französische Konkurrent Axa hatte das Krisenjahr 2011 vergleichsweise glimpflich überstanden und das Ergebnis mit milliardenschweren Beteiligungsverkäufen aufpoliert.

Im Gegensatz zu den größeren Rivalen Allianz und Axa streicht der italienische Versicherer aber unter der Last des Gewinneinbruchs die Dividende auf 0,20 Euro pro Aktie zusammen. Für 2010 hatte Generali noch 0,45 Euro pro Anteilsschein ausgeschüttet. Der Kurs der Generali-Papiere fiel am Mittwoch um mehr als drei Prozent, während Allianz-Aktien nur leicht im Minus lagen. Investoren hatten zuletzt besonders die Dividenden der europäischen Versicherer im Visier, da sie nach den Kursrückgängen im vergangenen Jahr vor allem auf hohe Ausschüttungsquoten schielten.

Zu Jahresbeginn habe es bereits erste Anzeichen einer Erholung gegeben, sagte Perissinotto am Mittwoch vor Analysten. Vor allem 2013 und 2014 solle es zu einer Normalisierung des Geschäfts kommen. Auch der Verkauf von Konzerntteilen, die nicht zum Kerngeschäft gehören, werde weiter vorangetrieben.

Branchenexperten zeigten sich aber nicht restlos überzeugt und blieben zurückhaltend: „Wir schätzen die Aussichten für den europäischen Lebensversicherungsmarkt 2012 wegen des harten Wettbewerbs mit Banken und den die Verbraucher belastenden Sparmaßnahmen weiter vorsichtig ein“, schrieben etwa die Analysten von Barclays Capital. 

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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