Generalversammlung

Credit-Suisse-Chef droht Aktionärs-Schelte

Nach nur zehn Monaten an der Spitze muss Credit-Suisse-Chef Tidjane Thiam auf der Generalversammlung um die Gunst der Eigner buhlen. Das Vertrauen in den Konzernchef hat nach Aktien-Verlusten massiv gelitten.
Überraschende Verluste im Anleihengeschäft hat das Vertrauen in Credit-Suisse-CEO Tidjane Thiam angekratzt. Quelle: Reuters
Tidjane Thiam

Überraschende Verluste im Anleihengeschäft hat das Vertrauen in Credit-Suisse-CEO Tidjane Thiam angekratzt.

(Foto: Reuters)

ZürichDie Flitterwochen zwischen Credit-Suisse-Konzernchef Tidjane Thiam und den Aktionären der zweitgrößten Schweizer Bank sind endgültig zu Ende. Nach nur zehn Monaten an der Spitze des Traditionsinstituts muss der einstige Hoffnungsträger auf der Generalversammlung vom Freitag bereits um die Gunst der Eigner buhlen.

Vor allem überraschende Verluste im Anleihengeschäft hat das Vertrauen in den ehemaligen Versicherungsmanager und McKinsey-Berater angekratzt. „Das ist einer der Nachteile, wenn man jemanden einstellt, der möglicherweise brillant ist, aber nicht 15 oder 20 Jahre Erfahrung im diesem Geschäft hat“, sagt ein Investor, der seine Beteiligung kürzlich zurückgefahren hat.

Wie die Deutsche Bank und andere globale Geldhäuser sucht auch die Credit Suisse nach einem neuen Geschäftsmodell, um trotz den höheren Anforderungen der Regulatoren wieder viel Geld zu verdienen. Thiams Rezept: Das riskante Investmentbanking zurückstutzen und das Wachstum der Vermögensverwaltung mit den Reichen Asiens ankurbeln. Dazu hat sich die Bank bereits sechs Milliarden Franken an frischem Kapital geholt, weiteres Geld soll der für das kommende Jahr geplante Teil-Börsengang des Schweiz-Geschäfts bringen. „Er versucht, einige knifflige Dinge zu bewerkstelligen und das Vertrauen in ihn ist gering“, sagte Hermes-Credit-Analyst Filippo Alloatti. Um die Anleger wieder für sich zu gewinnen, sei er auf eine Reihe guter Ergebnisse angewiesen. Kurzfristig sei das aber nicht zu machen. „Was Thiam jetzt braucht, ist Glück, erklärte Alloatti.

Seit dem Amtsantritt des Ivorers im Juli hat Credit Suisse an der Börse rund 40 Prozent an Wert verloren, weit mehr als die meisten Konkurrenten. Thiam selbst muss nicht darben. Auch nach einem freiwilligen Verzicht auf einen Teil seines Bonus streicht er immer noch 18,9 Millionen Franken ein und ist zur Zeit damit der bestverdienende Manager in der Schweiz. Dagegen regt sich nun Widerstand. Mit Glass Lewis, Ethos und zRating sprechen sich gleich drei Stimmrechtsberater dafür aus, bei Teilen oder allen vier Abstimmungen zu den Gehältern den "Nein"-Knopf zu drücken. Dank der Unterstützung des einflussreichsten Beraters, der amerikanischen ISS, dürfte sich die Bank-Spitze mit ihren Vorschlägen allerdings durchsetzen. Es sei das Recht jedes Aktionärs, sich eine Meinung zu bilden und öffentlich zu diskutieren, erklärte Credit Suisse.

Die wertvollsten Namen der Bankenwelt
Platz 10: Banco Santander
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Die spanische Großbank Santander eröffnet das Ranking der wertvollsten Bankenmarken der Welt. Die Auswertung für das vergangene Jahr lieferte das Magazin „The Banker“. Bei der Bewertung der Marke spiele besonders der Geschäftsausblick (Gewinnprognose) und die Wahrnehmung von Risiken eine entscheidende Rolle. Viele Institute arbeiten an ihrem Markenwert, der sich nicht nur in Kundenvertrauen widerspiegelt, sondern auch in Eigenständigkeit und Innovation. Sprich: Eine starke Marke fällt im Wettbewerb auf. Die Spanier kommen auf einen Markenwert von 18,7 Milliarden US-Dollar, sieben Prozent weniger als im Vorjahr. Das Markenrating ist AAA-.

Platz 9: Bank of China
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Die Bank of China zählt zu den vier riesigen Staatsbanken der Volksrepublik. Ihr Umsatz liegt bei über 300 Milliarden Yuan im Jahr. Das entspricht grob 40 Milliarden Euro. Im Boomland China haben die regulierten Institute reichlich zu tun. Die Bank of China wird zudem vom Finanzstabilitätsrat als systemrelevant überwacht und muss strenge Auflagen erfüllen. Der Markenwert beträgt rund 20,4 Milliarden Dollar, 22 Prozent mehr als zuletzt.

Platz 8: Agricultural Bank of China
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Die teilverstaatlichte chinesische Bank ist eine der größten ihrer Art. Die ABC hat schätzungsweise 320 Millionen Privatkunden und etwa 2,7 Millionen Geschäftskunden. Fast eine halbe Million Menschen arbeitet in knapp 24.000 Filialen. 2010 sammelte die Bank mit ihrem Börsengang 22,1 Milliarden Dollar ein. Ihr Markenwert beträgt 22,7 Milliarden Dollar, ein Plus von 28 Prozent.

Platz 7: JP Morgan Chase
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First, we take Manhattan: JP Morgan Chase sitzt in New York und ist nach Marktkapitalisierung die größte Bank der USA und nach Eigenkapital das zweitgrößte Finanzinstitut der Welt. Den Markenwert können da auch die hohen Handelsverluste – also Fehlspekulationen – aus dem Jahr 2012 nicht nachhaltig schmälern. Die Marke Chase ist rund 24,8 Milliarden Dollar schwer. Der Zuwachs beträgt sieben Prozent.

Platz 6: Bank of America
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25,7 Milliarden Dollar beträgt der Markenwert der Bank of America – noch, muss man sagen. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Minus von vier Prozent. Das Fachmagazin „The Banker“, was die BoA 2008 noch als wertvollste Bankmarke führte, bescheinigt dem Finanzriesen, nach Eigenkapital das größte Institut seiner Art zu sein. Auch die Bank of America darf sich über das Prädikat „systemrelevant“ freuen – das stärkt natürlich das Markenvertrauen.

Platz 5: Citi
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Wie die BoA gehört auch die Citigroup zu den „Big Four“ der US-Banken. Zuletzt lag die Bilanzsumme des Riesen bei 1,88 Billionen Dollar, der Umsatz 76,4 Milliarden. Sie ahnen es – systemrelevant, streng kontrolliert. Der Markenwert beträgt 26,2 Milliarden Dollar, was einem Plus von sieben Prozent entspricht.

Platz 4: China Construction Bank
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China wächst buchstäblich in den Himmel. In den zahlreichen Millionenmetropolen kommen mit dem Industrie-Boom auch die Wolkenkratzer. Der Bauwirtschaft kommt das gelegen – und damit der China Construction Bank, die rund 27 Prozent aller Baukredite im Reich der Mitte vergibt. Der Markenwert liegt bei 26,4 Milliarden Dollar. Das sind stolze 39 Prozent mehr als im Vorjahr.

Dabei könnte die Diskussion über Verluste im Anleihehandel neue Ungemach bringen, bis hin zu Rechtstreitigkeiten. Im Verlauf von knapp zwei Quartalen hat das Institut mit notleidenden Krediten und anderen Bereichen des Anleihengeschäfts rund eine Milliarde Dollar verloren. Thiam erklärte, er selbst und andere Top-Manager seien über die Handels-Positionen erst im Januar voll ins Bild gesetzt worden. Doch Anleger kritisieren, dass die Bank den Umfang der illiquiden Positionen bereits in Zusammenhang mit der Kapitalerhöhung im November hätten offenlegen müssen.

„Ich glaube nicht, dass Credit Suisse das Thema so schnell hinter sich lassen kann, wie sie gerne hätten“, erklärte Jupiter -Fondsmanager Guy de Blonay. „Ich glaube, dass es eine echte Chance eines Rechtsstreits mit Investoren gibt.“ Die Bank hält dagegen und erklärt, dass sie alle relevanten Informationen im Prospekt zur Kapitalerhöhung veröffentlicht habe. Auf die leichte Schulter nehmen die Investoren die Sache aber offenbar nicht: „Die Leute sind stocksauer, und wenn sie stocksauer sind, suchen sie nach Wegen, sich besser zu fühlen“, sagte der erste Investor. „Aktionäre können sich mit Gerichtsverfahren in den eigenen Fuß schießen, aber manchmal klagen Leute, um einen Punkt zu machen.“

  • rtr
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