Genossenschaftliches Geldinstitut
DZ Bank stellt sich 2013 auf Kapitalerhöhung ein

Die neuen EU-Eigenkapitalvorschriften für Banken dürften bei der DZ Bank für Zähneknirschen sorgen, denn das Einbehalten von Gewinnen dürfte nicht unbedingt ausreichen, um einen entsprechenden Stresstest zu überstehen.
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BerlinDie genossenschaftliche DZ Bank bereitet ihre Eigentümer angesichts der schärferen Regulierung in diesem Jahr auf eine Kapitalerhöhung vor. Man müsse sich frühzeitig darauf einstellen, dass in absehbarer Zeit eine Kapitalstärkung erforderlich sein könnte, heißt es in einem Reuters am Donnerstag vorliegenden Brief von Bankchef Wolfgang Kirsch und Vorstand Hans-Theo Macke an rund 1000 Volks- und Raiffeisenbanken.

Das genossenschaftliche Spitzeninstitut hat sich hierfür bereits 500 Millionen Euro genehmigen lassen. „Inwieweit wir daneben auf weitere kapitalentlastende temporäre Hilfen der Organisation zurückgreifen müssen, bleibt abzuwarten“, schreiben die Top-Manager in dem Brief an die Eigner, aus dem auch das „manager magazin“ vorab zitierte. Die Bank hatte in der Finanzkrise bereits mit Garantien das Eigenkapital entastet und sich zusätzlich eine Milliarde Euro beschafft.

Wesentlicher Grund für die neuen Kapitalmaßnahmen sind laut Kirsch die schärferen Vorgaben durch das neue Regelwerk Basel III. Danach zählen bestimmte bei der DZ Bank verbreitete Kapitalformen, wie etwa Nachranganleihen, künftig nicht mehr zum relevanten harten Kernkapital. Der Kapitalbedarf kann nach Ansicht der Vorstände voraussichtlich nicht allein durch einbehaltene Gewinne gedeckt werden. Für 2012 ist Finanzkreisen zufolge mit einem Vorsteuergewinn von gut einer Milliarde Euro zu rechnen - mehr als drei Mal soviel wie 2011.

Unter Basel III kommt die DZ Bank nach eigener Einschätzung auf eine harte Kernkapitalquote von voraussichtlich acht bis neun Prozent, was über den geforderten 4,5 Prozent läge. Offen sei aber noch, ob im Rahmen eines Stresstests noch mehr verlangt werde.

Zudem sei noch nicht klar, welche zusätzlichen Kapitalanforderungen die DZ Bank als voraussichtlich national systemrelevantes Institut erfüllen müsse, heißt in dem Brief. Daher ist Finanzkreisen zufolge auch das Volumen der Kapitalmaßnahmen noch offen. „Es ist nur ziemlich sicher, dass 2013 was kommen wird“, betonte ein Insider. Die Bank äußerte sich nicht dazu.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Genossenschaftliches Geldinstitut: DZ Bank stellt sich 2013 auf Kapitalerhöhung ein"

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  • Es sei denn, dass man Kreditgeschäft mit Privaten und Firmenkunden abbaut und mit griechischen Anleihen ersetzt.

    Dann ist zwar risikomäßig alles schief, aber aufsichtstechnisch ist alles oK.

    Daran erkennt man die Unsinnigkeit der bankenaufsichtsrechtlichen Regelungen.

    Man sollte die Bediensteten in der Bankenaufsicht in eine volkswirtschaftlich sinnvolle Beschäftigung überführen und die Finanzaufsicht mit kompetenten Mitarbeitern, statt mit "Staatsdienern", besetzen. Um die gröbsten Auswüchse zu verhindern sollte niemand mehr dort tätig sein, der noch nie in dem von ihm zu überwachenden Aufgabengebiet aktiv gearbeitet hat.

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