Genossenschaftsbank
WGZ Bank erwägt Kapitalerhöhung

Der neue Chef der Düsseldorfer WGZ Bank, Hans-Bernd Wolberg, geht auf Nummer sicher: Obwohl das Institut die schärferen Kapitalregeln nach Basel III erfüllt, prüft er eine Kapitalerhöhung.
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DüsseldorfDie Düsseldorfer WGZ Bank will wie das genossenschaftliche Schwesterinstitut DZ Bank ihr Eigenkapital stärken. Ein entsprechender Schritt werde geprüft, sagte der seit Juni amtierende Bank-Chef Hans-Bernd Wolberg am Dienstag. Über Einzelheiten und den Zeitpunkt schwieg er sich noch aus. Eine Kapitalerhöhung könne innerhalb eines Vierteljahres durchgezogen werden. In Finanzkreisen hieß es, die Maßnahme werde parallel zur DZ Bank vorbereitet. Die WGZ-Aktionäre hatten 2010 vorsorglich und für den Zeitraum bis 2015 eine Kapitalerhöhung von 200 Millionen Euro genehmigt.

Obgleich die WGZ mit einer Kernkapitalquote von über elf Prozent besser da steht als es die schärferen Eigenkapitalregeln Basel III verlangen, baut Wolberg vor - zumal er dem Schwesterinstitut bei dessen Kapitalspritze beispringen will. Die DZ Bank plant die größte Kapitalerhöhung ihrer Geschichte, die Vorbereitungen starten noch im zweiten Halbjahr. Das Spitzeninstitut der meisten Volks- und Raiffeisenbanken will bis zum Frühjahr kommenden Jahres 1,4 Milliarden Euro einsammeln. Die WGZ plant nach Angaben Wolbergs - gemäß ihrer 6,7-prozentigen Beteiligung - mit etwa 100 Millionen Euro mitzuzeichnen. „Eine überproportionale Zeichnung ist derzeit nicht geplant“, sagte Wolberg.

Der Erfolg der Kapitalerhöhung der DZ Bank ist noch keine ausgemachte Sache, da sie für viele Volksbanken ein Kraftakt ist. Besondere Kopfschmerzen bereitet den Banken, dass ihnen die Beteiligung an dem Spitzeninstitut derzeit noch vom Eigenkapital abgezogen wird, was sich aber ändern könnte.

Nach dem Rekordergebnis im vergangenen Jahr steckt sich WGZ-Chef Wolberg für 2013 keine höheren Ziele. Er hoffe, an das Ergebnis des Vorjahres anknüpfen zu können, sagte er. Dank eines außergewöhnlichen hohen Handelsergebnisses hatte die Bank 2012 nach deutschem Bilanzierungsstandard (HGB) einen Betriebsgewinn von 289 Millionen Euro verbucht. Vor allem die Wertaufholungen europäischer Staatsanleihen im Portfolio der WGZ-Tochter WL Bank hatten zu dem Anstieg geführt.

Im ersten Halbjahr diesen Jahres habe sich das Handelsergebnis wieder auf Normalniveau eingependelt, erklärte die Bank. Das Betriebsergebnis erreichte 95,5 (Vorjahr: 139,3) Millionen Euro. Wolberg betonte: "Unsere eigenen Planungen konnten wir dabei aber um 29 Millionen Euro deutlich übertreffen."

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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