Genossenschaftsbanken Die Volksbank, die keine Aktiengesellschaft mehr sein will

Normalerweise ist klar: Eine Volk- oder eine Raiffeisenbank ist auch eine Genossenschaft. Nicht so in Sindelfingen. Die Vereinigte Volksbank hat die Rechtsform der AG – aber wohl nicht mehr lange.
Eigentlich sind alle Volksbanken als Genossenschaft organisiert. In Sindelfingen allerdings ist das anders. Doch nun will auch die Vereinigte Volksbank keine Aktiengesellschaft mehr sein. Quelle: dpa
Volksbanken

Eigentlich sind alle Volksbanken als Genossenschaft organisiert. In Sindelfingen allerdings ist das anders. Doch nun will auch die Vereinigte Volksbank keine Aktiengesellschaft mehr sein.

(Foto: dpa)

FrankfurtDie Vereinigte Volksbank aus Singelfingen ist eine ganz normale Volksbank. Zumindest auf den ersten Blick. Es gibt jedoch eine Besonderheit: Die Vereinigte Volksbank will Genossenschaft werden. Sie zählt zwar zu den gut 1000 Genossenschaftsbanken in Deutschland, ist bisher aber in der Form einer Aktiengesellschaft (AG) organisiert. Eine große Ausnahme.

Noch. Denn nun will die Vereinigte Volksbank ihre Rechtsform wechseln und von der AG zur eingetragenen Genossenschaft (eG) werden – so wie die anderen Volks- und Raiffeisenbanken. Das kündigte kürzlich der Vorstandschef, Wolfgang Klotz, an.

Darüber sollen die Anteilseigner bis Mitte kommenden Jahres, frühestens in diesem Oktober, abstimmen. Dabei ist die Vereinigte Volksbank Sindelfingen seit 1882 eine AG. Die Eigentümer der damaligen Gewerbebank Böblingen, die eine eingetragene Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht war, entschieden sich damals für die AG und dafür, nur beschränkt haften zu müssen. Das heutige Geldhaus ist aus etlichen Fusionen benachbarter Genossenschaftsbanken hervorgegangen.

Weitere Zusammenschlüsse mit anderen Volks- oder Raiffeisenbanken würden für die Vereinigte Volksbank künftig leichter – schließlich sind die alle in der Form einer eG organisiert. „Wir sind überzeugt, dass die eingetragene Genossenschaft die passendere Gesellschaftsform für eine Volksbank ist“, sagt ein Sprecher des Kreditinstituts. Er weist auf mehrere Vorteile hin. So könne die Bank als eG ihre Mitglieder mehr fördern. „In einer AG sind zum Beispiel Bonusprogramme für Anteilseigner nach dem Aktienrecht nicht erlaubt“, so der Sprecher.

Eine andere kleinere Bank wäre künftig die absolute Ausnahme
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