Genossenschaftsbanken Fusionsdruck auf Kreditgenossen wächst

Der Konsolidierungsdruck bei den Genossenschaftsbanken wächst. Sinkende Margen und schwache Zinserträge werden die Institute nach Meinung von Experten vermehrt zu Fusionen zwingen.

sos FRANKFURT. In Hamburg entstand am Mittwoch durch die Fusion der Hamburger Bank mit der Volksbank Hamburg das zweitgrößte Institut der Hansestadt nach der Hamburger Sparkasse. „Wir stehen in einem deutlich verschärften Wettbewerb um Kunden und Konditionen“, begründet Vorstand Reiner Brüggestrat den Schritt. Das gemeinsame Institut kommt auf eine Bilanzsumme von rund 1,5 Milliarden Euro und gehört damit zu den 60 größten Instituten im Genossenschaftssektor. Doch damit wollen sich die Hamburger Kreditgenossen nicht begnügen. „Die intensive Suche nach Kooperations- und Fusionspartnern geht weiter“, so Brüggestrat, auch wenn derzeit nicht mit neuen Fusionen gerechnet werden könne.

Dies ist nach Meinung von Experten nötig. „Gerade inMetropolregionen müssen die Volks- und Raiffeisenbanken zusammengehen um Marktsynergien heben“, sagt Guido Merz, Genossenschaftsexperte bei der Unternehmensberatung Oliver Wyman. Dies beträfe neben Hamburg vor allem München, Berlin, Stuttgart und den Raum Köln-Bonn. Aber auch in wirtschaftlich schwachen Gebieten wie Ostdeutschland, Oberfranken und der Oberpfalz sieht er Fusionsbedarf.

Beobachter rechnen damit, dass es künftig wieder zu mehr Fusionen im Genossenschaftssektor kommen wird. Zwar sei in den vergangenen zwei Jahren der Prozess zum Erliegen gekommen, so Arndt Bercher, Genossenschaftsexperte bei der Unternehmensberatung Eurogroup Consulting, er rechnet aber aufgrund der schwachen Ertragslage damit, dass „das Fusionstempo wieder anziehen wird“.

Gründe seien auch steigende regulatorische Anforderungen, die kleinere Banken nicht mehr ohne weiteres bewältigen könnten. „Bei Banken mit weniger als 200 Mill. Euro Bilanzsumme wird es schwierig“, sagt auch Thomas Wilhelmy vom Badischen Genossenschaftsverband. Wenn sich zudem die Ertragslage weiter verschlechtere, werde in spätestens drei bis vier Jahren der Fusionsdruck steigen.

Anders sieht dies der Bundesverband der Volks- und Raiffeisenbanken. Zwar sei die Zahl der Volks- und Raiffeisenbanken bundesweit gesunken doch trotz des verschärften Wettbewerbs sei eher mit einer Verringerung des Fusionstempos zu rechnen. So habe sich im vergangenen Jahr die Zahl der Kreditgenossen gerade einmal um 35 verringert. Auch in den meisten Regionalverbänden sei von einer kommenden Fusionswelle nichts zu spüren hieß es dort. So rechnet der größte Verband, der RWGV, lediglich mit einer Hand voll Zusammenschlüsse in diesem und im kommenden Jahr.

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