Genossenschaftsbanken IT-Dienstleister der Genossen im Zugzwang

Die beiden IT-Dienstleister der Genossenschaftsbanken Fiducia und GAD haben ihren Mitgliedsinstituten weitere Kostensenkungen versprochen. Die Fusion nach Sparkassenvorbild liegt aber zunächst auf Eis.
  • Peter Köhler und Yasmin Osman
Volksbank-Filiale in Munzingen. Die IT-Dienstleister der Genossenschaftsbanken werden wohl zunächst nicht nach Sparkassen-Vorbild fusionieren aber ihre Preise senken. Quelle: ap

Volksbank-Filiale in Munzingen. Die IT-Dienstleister der Genossenschaftsbanken werden wohl zunächst nicht nach Sparkassen-Vorbild fusionieren aber ihre Preise senken.

(Foto: ap)

FRANKFURT. „2010 ist vor dem Hintergrund der derzeit nicht zu vereinbarenden Rahmenbedingungen kein relevantes Datum mehr. Richtig ist aber auch, dass eine Fusion kommen wird und kommen muss“, sagte GAD-Chef Anno Lederer dem Handelsblatt.

Ursprünglich hatten die Rechenzentralen 2009 Fusionsgespräche aufnehmen wollen. Den Plan begruben sie aber im Februar wieder, weil sie unterschiedliche Vorstellungen über die Ausgestaltung des Zusammenschlusses hatten. Viele der 1 200 Volks- und Raiffeisenbanken befürworten eine Fusion, da sich dadurch viel Geld sparen ließe. Fiducia-Chef Michael Krings spricht von jährlich 150 Mio. Euro. Die IT gehört zu den großen Kostenblöcken bei Banken.

Der Sparkassen-Finanzgruppe war dagegen 2008 die Zusammenlegung zu einem einzigen IT-Dienstleister geglückt: die Fusion der Sparkassen Informatik in Frankfurt mit der Hannoveraner FinanzIT zur Finanz Informatik mit Sitz in Frankfurt. Dadurch würden die Sparkassen in Deutschland ab dem Jahr 2012 jährlich gut 200 Mio. Euro einsparen, sagte ein Sprecher der Finanz Informatik. Die Historie im Sparkassenlager zeige, dass die geschätzten Einsparungen realistisch und nicht aus der Luft gegriffen seien, ergänzte er.

„Die Kollegen sind einen Schritt weiter. Das gibt ihnen auf der Kostenseite einen Wettbewerbsvorteil“, sagte Krings. Er plädiert weiterhin für einen Zusammenschluss vonFiducia und GAD. „Da gibt es einen gewissen Stillstand, aber wir sind offen für Gespräche“, sagte er. Lederer zeigte sich zwar optimistisch, dass sich das Thema Fusion „in den nächsten drei bis fünf Jahren“ erledigen werde, nannte aber Bedingungen. „Eine Fusion muss auf Augenhöhe und partnerschaftlich erfolgen, schließlich sind beide Unternehmen gut aufgestellt“, sagte er. Die Lösung könne nicht darin liegen, dass ein System abgeschaltet werde.

Vorerst wappnen sich beide Seiten nun separat für Kostensenkungen. So hat die in Karlsruher Rechenzentrale Fiducia zwar schon 2008 die Kosten für die angeschlossenen Genossenschaftsbanken um 35 Mio. Euro im Jahr gesenkt und im April einmalig weitere 15 Mio. Euro rückvergütet. „Wir gehen in den Folgejahren von weiteren Preissenkungen aus“, sagte Krings ohne konkrete Zahlen zu nennen. Auch die GAD kündigte auf ihrer Generalversammlung sinkende Preise an: Der Übergang auf eine neue Infrastruktur soll ab 2012 jährlich 80 Mio. Euro Ersparnis bringen. Für 2008 schüttete die GAD zudem 12,1 Mio. Euro an Rückvergütungen aus.

Beide Unternehmen stärkten ihre Reserven für künftige Investitionen oder Kostensenkungen. Bei der Fiducia summierten sich Rücklagen und Gewinnvortrag auf 7,9 Mio. Euro, die GAD stärkte ihr Eigenkapital um 6 Mio. Euro.

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