Geschäftszahlen
Die Bank of America hat sich verrechnet

Mehrere Banken stehen im Verdacht, Devisenkurse abgesprochen zu haben. Ihnen drohen saftige Bußen. Deshalb legt die Bank of America nun viel Geld für Rechtskosten zurück - mit Auswirkungen auf die Bilanz.
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New YorkDie Bank of America hat sich bei ihrem jüngsten Quartalsbericht massiv verkalkuliert. Das US-Geldhaus musste die erst Mitte Oktober veröffentlichten Geschäftszahlen wegen gestiegener Rechtskosten um 400 Millionen Dollar (323 Mio Euro) nach unten korrigieren, wie es am Donnerstag mitteilte.

Statt des ursprünglich gemeldeten Gewinns von 168 Millionen Dollar ergibt sich nun ein Verlust von 232 Millionen. Das Geldhaus befindet sich nach eigener Darstellung in dieser Angelegenheit in fortgeschrittenen Gesprächen mit US-Aufsichtsbehörden, um eine Lösung im Streit um mutmaßliche Manipulationen an den Währungsmärkten zu finden. Insgesamt gebe es dazu in Nordamerika, Europa und Asien Ermittlungen gegen das Institut.

Vor einer Woche hatte bereits Wettbewerber Citigroup mit der gleichen Begründung sein Quartalsergebnis um 600 Millionen Dollar zusammengestrichen. Am Dienstag gab auch JPMorgan einen kräftigen Anstieg der Rückstellungen für juristische Auseinandersetzungen bekannt, um sich für einen teuren Vergleich zu rüsten.

Aufsichtsbehörden ermitteln wegen Kursabsprachen

Aufsichtsbehörden in Großbritannien, den USA und auch in der Schweiz gehen seit rund einem Jahr dem Verdacht nach, dass Devisenhändler mehrerer Banken Kurse abgesprochen haben, um Kunden über den Tisch zu ziehen. Die Institute JPMorgan Chase, HSBC, Royal Bank of Scotland, UBS und Deutsche Bank hatten zuletzt höhere Rückstellungen gemeldet oder ihre Schätzungen für Vergleichszahlungen im Devisenmarkt-Streit angehoben.

Damit zeichnet sich immer deutlicher ab, dass weitere teure Strafen der US-Behörden unmittelbar bevorstehen könnten. Die Aufseher haben den Banken bereits saftige Bußen wegen dubioser Hypothekendeals und anderer windiger Geldgeschäfte aufgebrummt. Nun haben sie zahlreiche Institute wegen Preisabsprachen am Devisenmarkt im Visier.

Die Aktie von Bank of America gab im nachbörslichen Handel ein Prozent nach.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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