Commerzbank-Gewinn enttäuscht Anleger

Geschäftszahlen für 2016
Commerzbank-Gewinn enttäuscht Anleger

Die Erleichterung über den Nettogewinn der Commerzbank über den Markterwartungen ist am Donnerstag schnell verpufft. Die Commerzbank -Mitarbeiter müssen deutliche Abstriche bei den Boni machen.
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Frankfurt/DüsseldorfDer anstehende Konzernumbau und die Krise in der Schifffahrt überschatten das Geschäft der Commerzbank. Der Gewinn brach 2016 um drei Viertel auf 279 Millionen Euro ein, wie die zweitgrößte deutsche Bank am Donnerstag mitteilte. Er lag damit aber leicht über den Erwartungen der Analysten.

Hauptgrund für den Rückgang war eine Abschreibung von 627 Millionen Euro auf den Firmenwert ihrer schrumpfenden Investmentbank. Vorstandschef Martin Zielke sprach von einem soliden Ergebnis. „Allerdings können wir mit der Ergebnisqualität noch nicht zufrieden sein.“ Deshalb hatte die Commerzbank beschlossen, die Investmentbank und das Firmenkunden-Geschäft zusammenzufassen und bis zu 9600 Arbeitsplätze zu streichen. „Dafür haben wir jetzt den nötigen Handlungsspielraum geschaffen“, sagte Zielke.

Die Aktien drehten nach anfänglichen Gewinnen ins Minus und gehörten mit Kursverlusten von 3,9 Prozent zu den schwächsten Werten im Dax. Mit 7,43 Euro waren die Papiere so billig wie zuletzt Mitte Januar. Den überraschend hohen Vorsteuergewinn von 305 Millionen Euro im abgelaufenen Quartal verdanke die Commerzbank aber Einmal-Effekten wie dem Verkauf von Immobilien, betonte Analyst Philipp Häßler von der Equinet Bank. Da wegen des anstehenden Konzernumbaus keine größeren Kursimpulse zu erwarten seien, halte er an der Einstufung "Neutral" und am Kursziel von 7,50 Euro fest.

Die Commerzbank -Mitarbeiter müssen deutliche Abstriche bei den Boni machen. Die zweitgrößte deutsche Bank habe die variable Vergütung für das abgelaufene Jahr um 100 Millionen Euro gekürzt, sagte Finanzvorstand Stephan Engels am Donnerstag in Frankfurt. „Das ist gewiss keine schöne Botschaft. (...) Aber es ist folgerichtig. Denn die variable Vergütung orientiert sich an der Konzernperformance.“ Für 2015 hatte die Commerzbank noch 330 Millionen Euro ausgeschüttet. Die Bank habe die Kosten 2016 um 57 Millionen auf insgesamt 7,1 Milliarden Euro gedrückt, sagte Engels. Dazu trug auch der Abbau von 1350 Stellen bei.

Die Privatkunden der Commerzbank müssen zumindest in naher Zukunft keine Strafzinsen fürchten. „Ich sehe das nach wie vor bis auf Weiteres nicht“, sagte Zielke. „Ich hoffe auch nicht, dass die weitere Zinsentwicklung die Banken zwingt, so etwas zu tun, denn ich fände es für die Sparkultur eine fatale Entwicklung.“ Auf Ewigkeit ausschließen könne man es aber sicher nicht. „Aber derzeit sehe ich es nicht.“

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  • Ich wollte vor Weihnachten 2016 mal ein Konto in einer Filiale eröffnen und dachte , das könne man gleich tun, da wurde mir erklärt, das gerade kein Kundenberater frei wäre und man schlug mir allen Ernstes einen Termin im Januar vor. So läuft das dort...
    Noch Fragen, Kienzle ?

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