Geschlossene Esch-Fonds Sal. Oppenheim droht Imageschaden

Der Privatbank Sal. Oppenheim und ihrem Troisdorfer Vertriebspartner Josef Esch droht nach der Arcandor-Pleite neben Mietausfällen vor allem ein schwerer Imageschaden. Denn der Ausfall von Mietzahlungen würde ausgerechnet sehr besondere Kunden treffen.
Die diskrete Kundschaft von Sal. Oppenheim dürfte nicht begeistert sein vom negativen Rampenlicht ihres Bankhauses. Quelle: dpa

Die diskrete Kundschaft von Sal. Oppenheim dürfte nicht begeistert sein vom negativen Rampenlicht ihres Bankhauses.

(Foto: dpa)

FRANKFURT/DÜSSELDORF. Bei den geschlossenen Oppenheim-Esch-Fonds, die Häuser in Leipzig, Potsdam, Karlsruhe, Wiesbaden und München an die Arcandor-Tochter Karstadt vermieten, trifft der Ausfall ausgesuchte Privatinvestoren. Für die Fonds mit den Namen wie Grundstückgesellschaft Leipzig Peterstraße GbR oder Grundstückgesellschaft Wiesbaden Luisenstraße/Kirchgasse GbR soll das Bankhaus handverlesen vermögende Kunden angesprochen haben. Wie viele Investoren genau in die Fonds investiert haben, ist unbekannt, ebenso die Namen. Zur Stammkundschaft von Oppenheim-Esch aber zählen Wirtschaftsgrößen wie Ex-Rewe-Chef Hans Reischl, der ehemalige Karstadt-Quelle-Vorstandsvorsitzende Wolfgang Urban oder die Schuhhaus-Dynastie Deichmann.

Wie die Vermieter aus dem weitaus größeren Immobilien-Konsortium Highstreet rund um die Investmentbank Goldman Sachs müssen nun auch die Esch-Fonds-Anleger um ihre Rendite fürchten. So blieb Karstadt bereits die erste Monatsmiete von rund 24 Mio. Euro schuldig. Und die Besitzer der Häuser müssen sich darauf einstellen, dass erfahrungsgemäß auch in den nächsten zwei bis drei Monaten keine Mieten fließen.

Im laufenden Geschäftsjahr hat Karstadt für seine 90 Warenhäuser und 29 Sportmärkte 288 Mio. Euro an Mieten zu zahlen, davon allein 42,6 Mio. Euro für die fünf Immobilien des Oppenheim-Esch-Fonds.

Dabei haben unter anderem auch rund 40 Eigentümer der Bank Sal. Oppenheim in die Fonds investiert. Sie sind zudem über ihren Arcandor-Anteil, der in der Familienholding liegt, mit rund 130 Mio. Euro von der Insolvenz betroffen. Zudem ist ihre Bank Sal. Oppenheim mit rund 40 Mio. Euro über Eigenkapital und einen Kredit bei Arcandor engagiert.

Die diskrete Kundschaft von Sal. Oppenheim dürfte ohnehin nicht begeistert sein vom negativen Rampenlicht ihres Bankhauses. Dass die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren gegen Ex-Arcandor-Chef und Oppenheim-Esch-Investor Thomas Middelhoff wegen Untreue prüft, erhöht den Imageschaden für die Oppenheim-Esch Holding und damit die Privatbank Sal. Oppenheim als deren Miteigentümer nur noch weiter.

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