Gespräche im Milliardenstreit fortgesetzt: WestLB-Eigner ringen um Garantien

Gespräche im Milliardenstreit fortgesetzt
WestLB-Eigner ringen um Garantien

Die Aktionäre der WestLB haben am Dienstag erneut über die Frage der künftigen Anteilsverhältnisse bei der Bank beraten und ihre Gespräche zur Sanierung der Bank fortgesetzt. Nach Angaben von Verhandlungsteilnehmern sollen alle problembehafteten Wertpapiere des Kreditinstituts in eine Zweckgesellschaft eingebracht werden, das Volumen ist gewaltig.

FRANKFURT. Es wird auf 20 Mrd. bis 22 Mrd. Euro geschätzt. Für eine „first-loss“-Tranche – also Papiere mit relativ hoher Ausfallwahrscheinlichkeit – von bis zu zwei Mrd. Euro sollen zugesagte Kapitalspritzen des Landes und der beiden Sparkassenverbände eingesetzt werden.

Heftig umstritten blieb die Frage, wer für weitere denkbare Ausfälle von bis zu drei Mrd. Euro haften soll. In Sparkassenkreisen hieß, das Land könne dafür die Garantie alleine schultern. Dagegen verlangte das Land als Gegenleistung für mögliche Inanspruchnahmen ihrer Bürgschaft Anteile an der WestLB. „Die Landesregierung will für billiges Geld die Mehrheit an der WestLB“, hieß es aus Verhandlungskreisen. Da die beiden Sparkassenverbände nur eine hauchdünne Mehrheit von 50,3 Prozent halten, wäre das Land schon bei geringen Zahlungsausfällen nach der „first-loss“-Tranche in der Position des Mehrheitsaktionärs. Das Land hält derzeit direkt und indirekt 38 Prozent an der WestLB, der Rest entfällt auf zwei Landschaftsverbände. In Kreisen der Landesregierung hieß es, man könne auf Garantien nicht verzichten, die Sparkassen müssten ihren Beitrag zur Stabilisierung der Bank leisten.

Der Sparkassenverband Rheinland hat am Dienstag Ausstiegsabsichten bei der Bank zurückgewiesen. „Wir wollen uns nicht zurückziehen“, sagte der Präsident des Sparkassenverbandes Rheinland, Michael Breuer. In Sparkassenkreisen hieß es aber auch, bevor man sich mit einer Minderheitsposition begnüge, könne man auch ganz aussteigen. „Ein Rückzug ist eine Option, die letztlich eine Frage des Preises wäre“, hieß es im Verhandlungskreis. Man werde dem Land jetzt zunächst Alternativen zur Abtretung von Aktien unterbreiten.

Die WestLB ist durch Fehlspekulationen und die Finanzkrise in schweres Fahrwasser geraten. Seit Monaten suchen die Eigentümer nach einem Ausweg, wobei die Sparkassen zunächst eine Fusion mit der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) angestrebt hatten, was jedoch Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) abgelehnt hatte. Er favorisiert jetzt ein Zusammengehen mit der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba), was vom dortigen Amtskollegen Roland Koch (CDU) unterstützt wird. Nach dem Wahlausgang ist allerdings unklar, ob die Pläne in Wiesbaden in ein paar Wochen oder Monaten noch Bestand haben.

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