Gesprengte Geldautomaten
Polizeierfolge in zwei Bundesländern

Die Verbrecher gehen mit roher Gewalt vor. Im Schutz der Nacht sprengen sie mit Gas Geldautomaten. In Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen sind nun mehrere Verdächtige gefasst worden.

Heede/DüsseldorfNach einer Serie von Geldautomaten-Sprengungen sind in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen insgesamt sechs Männer festgenommen worden. Die Überfälle auf Automaten haben in Teilen Deutschlands im zu Ende gehenden Jahr eine erhebliche Dimension erreicht.

In Niedersachsen schnappte die Polizei drei Männer aus den Niederlanden im Alter zwischen 19 und 25 Jahren. Sie waren in der Nacht zum Donnerstag in Winsen/Luhe gefasst worden, wie ein Sprecher des Landeskriminalamtes (LKA) sagte. Die Ermittler schlugen zu, als die Verdächtigen ein Auto nutzen wollten, das als Tatwagen beobachtet worden war. Es wurden Haftbefehle erlassen.

Nach Angaben von LKA-Sprecher Frank Federau sind bundesweit mehrere Banden aktiv, die teils sehr rabiat vorgehen. Für welche Verbrechen die festgenommenen Niederländer infrage kommen, wollten die Fahnder aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen. Zusammenhänge und die möglichen Beteiligungen würden derzeit geprüft, hieß es am Sonntag.

In Niedersachsen war erst Mitte Dezember eine zehnköpfige Soko eingerichtet worden. Dort waren in diesem Jahr bislang 25 Sprengungen registriert wurden. Die Ganoven leiten hierbei in der Regel ein Gasgemisch in die Automaten und sprengen sie in die Luft. Dabei gibt es große Schäden.

In Nordrhein-Westfalen zum Beispiel beziffern die Ermittler den Schaden für die vergangenen Monate auf rund vier Millionen Euro. Dort ergingen an Heiligabend in Kleve Haftbefehle gegen drei mutmaßliche Panzerknacker aus Deutschland. Sie sollen versucht haben, insgesamt 13 Automaten zu sprengen. Beute sollen sie aber nicht gemacht haben.

Nach Informationen der „Welt“ flogen in diesem Jahr bundesweit mehr als 130 Geldautomaten in die Luft, vor allem in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Berlin. Im Vorjahr waren es laut Bundeskriminalamt 116 gewesen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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