Gesprengte Geldautomaten
Und es hat „Boom!“ gemacht

Kriminelle sprengen derzeit vor allem in Nordrhein-Westfalen reihenweise Geldautomaten. Die Täter leiten Gas in die Geräte und lassen es dann krachen. Die Polizei kämpft, um den Panzerknackern auf die Spur zu kommen.
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DüsseldorfEigentlich ist der Kunststoff extrem stabil, jetzt liegt er in Einzelteile zerbrochen auf dem Boden. Ein großer Haufen Glasscherben verdreckt die Straße, teures, schweres Gerät ist aus den Wänden gerissen. Und von den Wänden ist auch nicht mehr viel übrig. Es sieht so aus, als sei eine Bombe in der Sparkassen-Filiale in Bonn-Heiderhof eingeschlagen. Es sind solche Bilder der totalen Verwüstung, die das Landeskriminalamt (LKA) in Nordrhein-Westfalen in diesen Tagen beschäftigen.

Eine Bombe ist es nicht ganz, aber eine Explosion: Unbekannte Banden haben es auf Geldautomaten abgesehen – der Angriff in Bonn in der Nacht auf Montag war der insgesamt 38. Fall in Nordrhein-Westfalen in diesem Jahr. Die Täter gehen nachts in die Selbstbedienungsräume und sprengen die Automaten – fast immer haben sie damit Erfolg. Mit einem ohrenbetäubenden Knall wird die schlummernde Umgebung aus dem Schlaf gerissen. Bis die Behörden vor Ort sind, sind die Täter mitsamt dem Geld dann längst verschwunden.

Es ist bei weitem nicht das erste Mal, dass Dietmar Kneib mit solchen Situationen konfrontiert wird. Der Dezernatsleiter für Organisierte Kriminalität im LKA weiß aber auch, dass es so nicht weitergehen kann. „Solche Sprengungen haben unkalkulierbare Folgen“, sagt er. LKA-Direktor Uwe Jacob hat eine Ermittlergruppe eingerichtet und Kneib mit der Leitung beauftragt. Mit dem unmissverständlichen Appell: „Dies muss beendet werden.“

Denn die Anzahl der Fälle stieg in den vergangenen Wochen ungewöhnlich stark an, oft wählen die Täter gezielt Gebiete am Niederrhein und im Rheinland. Zum Vergleich: Im gesamten Bundesland waren es beispielsweise im Jahr 2006 ganze vier gesprengte Geldautomaten. In einigen Regionen sind jetzt neben Bankfilialen auch Automaten in Baumärkten und Möbelhäusern betroffen.

Dabei gehen die Täter stets nach dem gleichen Prinzip vor: Sie dichten die Geldautomaten so ab, dass keine Luft mehr durchkommt und leiten dann Gas hinein. „Dadurch entsteht sofort eine explosive Atmosphäre“, sagt Jörg Rennert, Vorsitzender des Deutsches Sprengverbandes. Mit einer Lunte wird das Gasgemisch anschließend zum Explodieren gebracht. „Das ist meist weit über 100 Dezibel laut“, so Rennert. Also in etwa so laut, als würde man mit einem Presslufthammer arbeiten.

Oft flüchten die Täter über die niederländische Grenze. Die Behörden sind sicher, dass mehrere Tätergruppen am Werk sind – auch aus dem Ausland. Wiedererkennungsmerkmale der Banden gibt es einige: Kleidungsstücke, Fluchtfahrzeuge, Personenbeschreibungen und Tatwerkzeuge – jeder Hinweis hilft der Polizei für ein übergeordnetes Gesamtbild. „Einzelne Taten, insbesondere in Grenzgebieten, sind Gruppen aus den Niederlanden zuzuordnen“, so Kneib. Das hänge damit zusammen, dass die Sicherung der Geldautomaten in den Nachbarländern zuletzt erhöht worden sei.

Kommentare zu " Gesprengte Geldautomaten : Und es hat „Boom!“ gemacht"

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  • Und es hat „Boom!“ gemacht!

    Eine sehr treffendes Bild der politischen Großwetterlage in Deutschland, die absehbar voll auf die Kriminalitätsrate durchschlagen wird.

    Wer im Ausland Warnungen zur Sicherheitslage in Deutschland liest, wundert sich einmal mehr über die Negativgeschwindigkeit unserer Regierungsvertreter in Fragen der inneren Sicherheit.

    Die Nachrichtendienste warnen die Bundesregierung seit Monaten. Nicht vor Frauen, Kindern und Kriegsopfern. Aber was denken Sie, wieviele Schwerkriminelle und Kriegsverbrecher die persönliche Einladung unserer Kanzlerin ebenfalls dankbar annehmen?

    Im Ausland betrachtet man unlimited Open Gates Zuwanderung auf Wunsch von Merkel als Fehlleistung des Jahrhunderts. Kein anderes Land dieser Erde wird sich dabei beteiligen, aus verständlichen Gründen.

  • Zitat: "Der Anteil der der von Ausländern begangenen Straftaten ist traditionell höher als der von Deutschen."

    Da habe ich mich ungenau ausgedrückt. Richtig ist: "Der Anteil der der von Ausländern begangenen Straftaten ist, BEZOGEN AUF IHREN ANTEIL AN DER GESAMTBEVÖLKERUNG, traditionell höher als der von Deutschen."

    Die meisten Straftaten werden in Deutschland natürlich von Deutschen begangen. (70-75%)

  • .. dass solche Straftaten mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit von Männern begangen wurden."

    Auch richtig; darum sind ca. 20 Mal so viel Männer wie Frauen in unseren Gefängnissen.

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