Gesundheit
Barmer-Chefin Fischer verdoppelt Einkommen

Für Birgit Fischer dürfte sich der Wechsel zum Verband forschender Arzneimittelhersteller lohnen: Als Pharmalobbyistin verdient sie künftig deutlich mehr.
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FrankurtDie bisherige Vorstandsvorsitzende der größten deutschen Krankenkasse, Barmer GEK, werde ihr Jahreseinkommen durch den Wechsel zum Verband forschender Arzneimittelhersteller (VFA) wohl mehr als verdoppeln, schreibt der Branchenkenner Wolfgang Lange im Fachdienst A+S. Pharmakreise sprächen von 440.000 Euro pro Jahr. Der Verband schließe normalerweise Fünf-Jahres-Verträge ab. Mit 62 Jahren könne sich Fischer dann im Jahr 2015 beruhigt in den Ruhestand verabschieden. Bisher verdient sie nach Angaben der Barmer GEK 202.000 Euro im Jahr.

Der Wechsel der SPD-Politikerin habe in Berlin großes Erstaunen ausgelöst, schreibt Lange weiter. Denn die ehemalige NRW-Gesundheitsministerin und überzeugte Gewerkschafterin sei seit 2001 und aktuell immer noch Mitglied des SPD-Parteivorstandes. Der Weggang Fischers habe ein gewisses „Geschmäckle“, meinten Entscheidungsträger auf dem abendlichen Jahresempfang der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG). Viele verstehen nicht, warum die Arzneimittelhersteller eine Politikerin auswählten, die bisher nicht als pharmafreundlich galt. Eine der Hauptaufgaben von Frau Fischer ist es nun, das Image des Verbandes bei den politischen Entscheidungsträgern zu verbessern.

In einem der A+S-Redaktion vorliegenden Mitarbeiterrundschreiben vom 17. März 2011 erklärte Birgit Fischer, dass ihr der Entschluss „sehr schwer gefallen“ sei. Aber sie nehme den Wechsel vor „in der Gewissheit und mit der Überzeugung, in einer anderen Funktion ebenfalls wichtige Aufgaben zu übernehmen, die für die zukünftige Entwicklung des Gesundheitswesens in Deutschland von großer Bedeutung sein werden.“

Kommentare zu " Gesundheit: Barmer-Chefin Fischer verdoppelt Einkommen"

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  • Wie gut, dass wir nicht für Geld arbeiten. :-)

  • Den Lästermeister Wolfgang Lange als Quelle zu nutzen, das hat "Geschmäckle". Steht dem Handelsblatt nicht gut zu Gesicht.

  • Sie haben sie gekauft, Moral spielt doch wohl bei einer Gehaltsverbesserung um 120 % keine Rolle, wenn man zutiefst sozialdemokratisch verankert ist!

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