Gesundheitswesen
Untergangsstimmung in der privaten Krankenversicherung

Rolf Bauer, Chef der Continentale, fordert von seinen Kollegen mehr Engagement für ein gutes Image der privaten Krankenversicherung. Gesundheitsminister Bahr stärkte der Branche den Rücken.
  • 6

Der Continentale-Chef Rolf Bauer fordert mehr Transparenz von seinen Kollegen in der privaten Krankenversicherung (PKV). Nur so könne die Branche das Nebeneinander von Krankenkassen und privaten Anbietern sichern.

Aktuell sieht er die PKV durch die Debatte um eine Bürgerversicherung und eigene Versäumnisse im Abseits: Dies führe „zu einer schon fast düsteren Untergangsstimmung für das Segment der privaten Krankenversicherung“, sagte Bauer vor 1200 Beratern und Branchenspezialisten auf dem 11. Continentale PKV-Forum in Köln.

„Wir benötigen zur nachhaltigen Sicherung unseres Gesundheitssystems sowohl eine starke und gesunde gesetzliche Krankenversicherung (GKV) als auch eine ebenso aufgestellte PKV“, forderte Bauer, der mit der Continentale zu den zehn größten Anbietern von privaten Krankenversicherungen in Deutschland gehört. Insgesamt sind rund neun Millionen Menschen vollständig privat versichert, die gesetzlichen Krankenkassen schützen 70 Millionen Menschen.

Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) reagierte auf die Stimmung in der PKV und wollte die Branche beruhigen. Er sagte in Köln: "Wir brauchen Vielfalt im Gesundheitssystem, damit der Einzelne große Wahlfreiheit hat." Für das Verhältnis von GKV und PKV sprach er sich für „fairen Wettbewerb“ aus.

Im Sinne der PKV war auch Bahrs Credo für die Reform der Pflegeversicherung: "Wir brauchen eine starke Säule der kapitalgedeckten Pflegeversicherung." So wird auch die PKV finanziert, in der GKV gilt dagegen ein Umlagesystem. Ideal wäre aus Sicht von Bahr, wenn die neue Pflegeversicherung "nicht auf eine freiwillige Lösung setzen" würde, sondern obligatorisch würde. Dies wolle die Regierung, weil die Menschen das Pflegerisiko unterschätzten.

Seite 1:

Untergangsstimmung in der privaten Krankenversicherung

Seite 2:

Die Probleme der PKV

Kommentare zu " Gesundheitswesen: Untergangsstimmung in der privaten Krankenversicherung"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • "Ideal wäre aus Sicht von Bahr, wenn die neue Pflegeversicherung "nicht auf eine freiwillige Lösung setzen" würde, sondern obligatorisch würde. Dies wolle die Regierung, weil die Menschen das Pflegerisiko unterschätzten." - und wieder mal bildet sich ein Politiker ein, er wüsste besser was gut für die Bürger ist als die Bürger selbst. Ich will weder die Rentenzwangsversicherung (gigantische Geldvernichtungsmaschine mit klar negativer Rendite) noch die Arbeitslosenzwangsversicherung (kein Bedarf wegen geringem Risiko, viel zu teuer für die gebotenen Leistungen) und auch keine Pflegezwangsversicherung (eigene Vorsorge)!

  • Bei all dem berechtigten Ärger über Beitragsentwicklungen in der PKV, und das Leistungsgebaren der Central, wollen wir doch bitte eines nicht vergessen: 31 Jahre GKV 1980-2011 bedeuteten rund 300 % Beitragssteigerung für diejenigen, die über der Beitragsbemessungsgrenze oder später der Jahresarbeitsentgeltgrenze liegen. Hinzu kommen zusätzlich 12 Reformen mit teilweise drastischen Leistungsreduktionen und Leistungseleminierungen. Das Marionettensystem der GKV ist derzeit wahrlich keine Alternative. Detailliertere Informationen gerne auf Anfrage: Claus-Dieter Gorr, PremiumCircle Deutschland GmbH Frankfurt am Main

  • Zahlungsmoral? Nein, dass kann es nicht sein. Bin seit 20 Jahren dort versichert und zahle seither pünktlich meine (inzwischen exorbitanten!) Beiträge.

    Ablehnungen? Ja, bezahlt wurde letztlich. Doch waren dazu stets weitere, spezielle Atteste des verordnenden Arztes notwendig - die von mir selbst bezahlt werden müssen, ohne Erstattung - weil sonst seitens der Central die medizinische Notwendigkeit angezweifelt wurde!

    Krankentagegeld? Alle gewünschten Unterlagen waren von mir vorgelegt worden und all Informationen abgegeben - zum Glück sogar unter Mithilfe und über den Tisch meines Kundenbetreuers und Kopien waren worden angefertigt. Nach einem Jahr viel der Central dann seltsamerweise auf, dass ich keine Unterlagen/Informationen abgegeben hätte und daher das Tagegeld einstweilen eingestellt werden müsse.
    Die von mir dann erneut eingereichten, ursprünglichen Infos reichten der Central dann plötzlich nicht mehr aus, um die weitere Leistung des versicherten Tagegeldes wieder aufzunehmen. Es wurden stattdessen immer weitere Papiere gefordert, die, auch nach der Gesamtlage auf der Basis meiner "alten" Auskünfte, völlig irrelevant, ja hanebüchen, sind!

    Der vermeintliche Fehler liegt also nicht bei mir, sondern muss irgendwo in der Zentrale der Central seine Quelle haben; Welchen Ursprungs auch immer, dass vermag ich nicht zu beurteilen. Doch wenn ich die Berichte zur Central in den Medien der vorvergangenen Woche in Relation mit dem oben beschriebenen Gebaren der Versicherung setze, dann ergibt sich auf einmal ein deutlicher werdendes Bild und dies beängstigt mich hinsichtlich meiner selbst und auch anderer, in Zukunft womöglich einmal länger arbeitsunfähig erkrankender Menschen, die bei der Central versichert sind....

    Nebenbei, werfen Sie mal einen Blick auf das "tolle" Ranking der Central, auf der Seite zum Thema PKV beim Online-Portal des FOCUS, es spricht bereits für sich ;))

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%