Gewinn bricht ein

NordLB leidet unter Schifffahrtskrise

Die NordLB bereitet sich auf größere Kreditausfälle in der Schiffsfinanzierung vor und legt deutlich mehr Geld zurück. Insgesamt vervierfachte die Bank die Risikovorsorge. Das drückt deutlich auf den Nettogewinn.
Update: 29.08.2012 - 12:33 Uhr Kommentieren
Ein Mann verlässt den Hauptsitz der Norddeutschen Landesbank, Nord/LB. Quelle: ap

Ein Mann verlässt den Hauptsitz der Norddeutschen Landesbank, Nord/LB.

(Foto: ap)

FrankfurtDie NordLB bekommt die Krise in der Schifffahrt immer stärker zu spüren. Die Bank schrieb in der Sparte im ersten Halbjahr zwar erneut schwarze Zahlen, legte jedoch deutlich mehr Geld für mögliche Kreditausfälle zurück. „Wir sind operativ weiterhin sehr gut im Geschäft, lassen angesichts der abnehmenden wirtschaftlichen Dynamik sowie der anhaltenden Schiffskrise aber auch Vorsicht walten“, sagte NordLB-Chef Gunter Dunkel am Mittwoch.

Viele Reedereien leiden unter hohen Treibstoffpreisen, hartem Wettbewerb und einer sich abschwächenden Weltwirtschaft. Im Gegensatz zur Commerzbank will sich die NordLB dennoch nicht aus dem Geschäft mit der gebeutelten Branche zurückziehen: „Die Schiffsfinanzierung wird auch zukünftig ein Kerngeschäftsfeld der NordLB bleiben“, sagte Dunkel.

Insgesamt hat die Landesbank die Risikovorsorge im Kreditgeschäft im ersten Halbjahr auf 146 Millionen Euro mehr als vervierfacht. Der Nettogewinn sank in den ersten sechs Monaten um zwei Drittel auf 67 Millionen Euro. „Der Rückgang gegenüber dem Vorjahresergebnis, das durch einige Sondereffekte begünstigt war, entspricht unseren Erwartungen“, sagte Dunkel. Im Gesamtjahr erwartet der Bankchef weiter „ein gutes Ergebnis“, das jedoch geringer ausfallen werde als 2011.

Im vergangenen Jahr hatte das Geldhaus unter dem Strich 536 Millionen Euro verdient - so viel wie keine andere deutsche Landesbank. Die Kernkapitalquote erhöhte sich im ersten Halbjahr um einen Prozentpunkt auf 10,4 Prozent.

Was von den einst stolzen Banken übrig blieb
huGO-BildID: 8706920 Blick auf den Eingang der LandesBank Berlin LBB am Alexanderplatz in Berlin, aufgenommen am Freitag, 15. Juni 2007. Im Bieterkam
1 von 6

Die Landesbank Berlin ist mit einer Bilanzsumme von 131,2 Milliarden Euro zum Jahresende 2011 die kleinste Landesbank in Deutschland. Ihre Risikovorsorge verringerte sie im vergangenen Jahr um 21 Prozent auf 83 Millionen Euro. Bei dieser Übersicht nicht berücksichtigt ist die HSH Nordbank, denn sie ist durch die Beteiligung des privaten Finanzinvestors J.C. Flowers ein Sonderfall.

Helaba: Überschuss knapp unter Vorjahr erwartet
2 von 6

Die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) ist mit einer Bilanzsumme von 164 Milliarden Euro zwar nur die Nummer fünf. Sie ist aber gut durch die Krise gekommen, wie zuletzt der Gewinn von 397 Millionen Euro im vergangenen Jahr zeigte. Deshalb wird ihr bei der Neuordnung der Branche auch eine führende Rolle zugetraut. Ihre Risikovorsorge verringerte sich 2011 um vier Prozent auf 273 Millionen Euro.

WestLB in Düsseldorf
3 von 6

Die WestLB ist seit dem 1. Juli 2012 Geschichte. Die Landesbank, die einst sogar der Deutschen Bank Konkurrenz machte, war schon im vergangenen Jahr nur noch die Nummer vier in Deutschland, mit einer Bilanzsumme von 167,9 Milliarden Euro. Ihre Risikovorsorge verringerte sie um drei Fünftel auf 95 Millionen Euro.

NordLB sieht Ratingabstufung gelassen
4 von 6

Die NordLB ist mit einer Bilanzsumme von 227,6 Milliarden Euro Deutschlands drittgrößte Landesbank. Ihr nach eigener Darstellung „sehr ordentliches Ergebnis“ im Jahr 2011 reichte beim Jahresüberschuss zum Meistertitel unter den Landesbanken - mit 536 Millionen Euro. Dabei profitierte sie von der um mehr als zwei Drittel auf 205 Millionen Euro verringerten Risikovorsorge.

Vorschau: BayernLB veroeffentlicht Finanzbericht
5 von 6

Die Bayerische Landesbank (BayernLB) ist mit einer Bilanzsumme von 309,1 Milliarden Euro Deutschlands Nummer zwei. Sie reduzierte ihre Risikovorsorge 2011 um gut ein Fünftel auf 548 Millionen Euro.

LBBW schreibt im ersten Halbjahr rote Zahlen
6 von 6

Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) bleibt mit einer Bilanzsumme von 373,1 Milliarden Euro die Nummer eins. Sie kam wie die WestLB, die HSH Nordbank und die BayernLB nur mit Staatshilfe durch die Finanzkrise. Ihre Risikovorsorge lag zum Jahresende 2011 bei 152 Millionen Euro, nicht einmal mehr ein Drittel des Vorjahreswertes.

  • rtr
  • dpa
Startseite

Mehr zu: Gewinn bricht ein - NordLB leidet unter Schifffahrtskrise

0 Kommentare zu "Gewinn bricht ein: NordLB leidet unter Schifffahrtskrise"

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%