Gewinn gesteigert
HSBC verkauft Brasilien-Tochter

HSBC hat seine Brasilien-Tochter Banco Bradesco verkauft und sich zudem von einem Teil ihrer Beteiligung an der chinesischen Industrial Bank getrennt. Die Bank steigerte so ihren Gewinn im zweiten Quartal deutlich.
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London/HongkongBei HSBC ist der Gewinn im zweiten Quartal um 18 Prozent gestiegen. Höhere Erträge im Handel sowie ein Gewinn aus dem Verkauf von Aktien der chinesischen Industrial Bank kamen dem Ergebnis zu Gute. Der Aktienkurs stieg.

Der Vorsteuergewinn für die drei Monate zum 30. Juni legte auf 6,57 Milliarden Dollar zu, im Vergleich zu 5,56 Milliarden Dollar im Vorjahrszeitraum, wie die größte europäische Bank am Montag aus London mitteilte. Im Quartal hat die Bank eine Rückstellung in Höhe von 1,3 Milliarden Dollar verbucht, um Vorwürfe, ihre Händler hätten Benchmarks im Devisenmarkt manipuliert, beizulegen.

Darüber hinaus verkaufte sie Banco Bradesco in Brasilien für 5,2 Milliarden Dollar, was die Kapitalpuffer stärkte. Die Bank habe ihre vielen Kritiker heute mit einem soliden Ergebnis für das zweite Quartal und einem willkommenen Verkauf der Brasilien-Tochter in Verlegenheit gebracht, sagte Ian Gordon, Analyst bei Investec in London. Die Fortschritte bei der Eigenkapitalentwicklung seien „exzellent“.

Der Aktienkurs der Bank stieg im frühen Londoner Handel um bis zu 1,1 Prozent auf 586,1 Pence. Bankenchef Stuart Gulliver, 56, steht unter Druck durch steigende Kosten für Fehlverhalten bei der Bank und sucht nach Wegen, die Gewinne zu steigern. Im Juni hatte die Bank einen Plan vorgestellt, mit dem die Beschäftigtenzahl binnen drei Jahren um 50.000 sinken soll, was auch den Verkauf von Sparten einschließt. Ziel ist es, die jährlichen Kosten um bis zu 5 Milliarden Dollar zu senken.

„Wir schreiten bei all unseren Maßnahmen voran, insbesondere solchen, die darauf abzielen, die risikogewichteten Aktiva zu verringern, die Kosten zu senken und in Bereichen, die sich unter Erwartung entwickeln, eine Trendwende zu erreichen oder sie abzustoßen“, erklärte Gulliver in der Mitteilung. Seit er 2011 die Leitung der Bank übernahm, hat Gulliver mehr als 87.000 Stellenstreichungen angekündigt und ist aus rund 78 Geschäftsbereichen ausgestiegen.

Die Nettozinserträge sind im zweiten Quartal gesunken und die Provisionserträge waren wenig verändert. Jedoch haben sich die Nettoerträge aus dem Handel auf 2,0 Milliarden Dollar verdoppelt. Aus dem Verkauf eines Teils ihrer Beteiligung an Chinas Industrial Bank verbuchte die Bank einen Gewinn in Höhe von 1,4 Milliarden Dollar. Ihre harte Eigenkapitalquote CET1 nach CRD IV Endpunkt gab die Bank mit 11,6 Prozent zum Ende des ersten Halbjahres an, im Vergleich zu 11,1 Prozent Ende Dezember.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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