Gewinn sinkt
Düstere Zeiten für die UBS

Die UBS erlebt ihr nächstes Desaster: Die Quartalszahlen fallen deutlich schwächer aus als erwartet. Die größte Schweizer Bank fuhr auch im Investment-Banking einen herben Verlust ein. Es gibt aber positive Zeichen.
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ZürichDie Euro-Schuldenkrise hat im vergangenen Jahr am Gewinn der Schweizer Großbank UBS genagt. Der Jahresgewinn sank 2011 um rund 44 Prozent auf 4,23 Milliarden Franken, wie die größte Schweizer Bank am Dienstag mitteilte. Analysten hatten mit 4,5 Milliarden Franken gerechnet. Im vierten Quartal allein fiel der Reingewinn mit 393 Millionen Franken deutlich geringer aus als ein Jahr zuvor, als er 1,02 Milliarden Franken erreicht hatte. Hier wurden 650 Millionen Franken erwartet.

Die Investment-Banking-Sparte fuhrt im Schlussquartal einen Verlust von 256 Millionen Franken vor Steuern ein. Dem standen 882 Milliarden Franken Gewinn in der Vermögensverwaltung und im Schweizer Geschäft gegenüber. Im zweiten Quartal hatte das Investment-Banking nach dem Handelsskandal in London einen Verlust von 650 Millionen Franken produziert.

Von Reuters befragte Analysten hatten mit einem Rückgang des Jahresgewinnes um knapp 40 Prozent auf 4,58 Milliarden Franken (3,6 Milliarden Euro) gerechnet. Für den Quartalsgewinn hatten sie einen Rückgang um 43 Prozent auf 737 Millionen Franken veranschlagt.

Nach dem Gewinneinbruch rechnet die Schweizer Großbank UBS auch mit einem schwachen ersten Quartal 2012. Die von der Euro-Schuldenkrise ausgehende Unsicherheit und das amerikanische Haushaltsdefizit dürften sich auch im ersten Quartal 2012 negativ auf die Kundenaktivitäten auswirken, erklärte UBS am Dienstag. Die größte Schweizer Bank wollte einen über die bisherigen Pläne hinausgehenden Abbau von Arbeitsplätzen nicht ausschließen.

Angesichts des Gewinnrückgangs dreht die Bank an der Kostenschraube. Die Boni wurden für 2011 um 40 Prozent gekürzt. Insgesamt sanken die Kosten im letzten Jahr um 2,1 Milliarden auf 22,4 Milliarden Franken. Im Rahmen des im vergangenen Jahr eingeleiteten Kosten- und Stellenabbauprogramms strich UBS im vierten Quartal 1101 Arbeitsplätze. Insgesamt sieht das Programm bis Ende 2013 den Abbau von mehr als 3500 der 65.000 Stellen vor. Das dürfte gleichwohl noch nicht das letzte Wort gewesen sein. Im Laufe von 2012 sollen die Kosten weiter sinken. Aber die Kapazität für zusätzliche taktische Kosteneinsparungen sei begrenzt, warnte die Bank. Die strukturelle Kostenbasis müsse weiter reduziert werden. „Falls sich die Märkte wesentlich verschlechtern, wird UBS außerdem weitere Maßnahmen ergreifen, um die Kostenbasis zu verkleinern“, so die Bank weiter.

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  • Ich kann mir nicht helfen, aber wenn mir "...882 Milliarden Franken Gewinn in der Vermögensverwaltung und im Schweizer Geschäft gegenüber" stehen, sieht es doch erst einmal für die UBS gar nicht so schlecht aus.
    Es sei denn natürlich die Zahl stimmt gar nicht und bei der UBS in der Finanzabteilung arbeiten genauso viele Nullen, wie in London am Händlertisch.

  • Als patriotischer Deutscher bin ich aber ebenso ein Schweiz-Fanatiker. Ich wünschte, Deutschlnd wäre so wie die Schweiz! Das Schicksal der UBS hat mit der "Schweizer Art" wenig, mit dem Schicksal von Groß-Konzernen viel zu tun, indem Vorstände selbstgefällig wurden und sich vorzugsweise selbst bedient haben, obwohl keine Leistung dahinter stand. Bei Banken war das fast überall (USA, UK, D, F, I, etc.) der Fall. Leider ist auch die einst so seriöse UBS, ich war Kunde dieses stolzen Hauses, in den Keller gerauscht. Mittlerweile hat gerade diese Bank hauptsächlich junge, inkompetente, aber preiswerte Jüngelchen und Mägdelein in der Kundenbetreuung, die sie auf die Menschheit loslassen. Commitments werden erst nach zehnmaligen, zeitraubenden Rückfragen - wenn überhaupt - eingegangen. Man kann sich auf die Bank einfach nicht mehr verlassen. Für die Schweiz spricht: Sie hat uns Deutschen in diesen schweren Bank-Zeiten ihren besten Banker überlassen: Dr. Josef Ackermann, der die Deutsche Bank exzellent geführt hat!

  • wie ist denn die kulturelle Art sowie die Geschäftemacherei in der Schweiz?

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