Gewinn und Aktie fallen
Barclays senkt Renditeziel

Barclays wird erneut von Altlasten eingeholt. Der Gewinn im dritten Quartal schrumpft, die Aktie fällt. Auch der neue Chef Jes Staley wird die britische Großbank nicht so leicht auf Kurs bringen können.

LondonDie britische Großbank Barclays steckt vor dem Antritt ihres neues Chefs Jes Staley in gut einem Monat in der Defensive. Der Vorsteuergewinn im abgelaufenen Quartal ist um ein Drittel auf 861 Millionen Pfund (umgerechnet 1,2 Milliarden Euro) geschrumpft, wie das Geldhaus am Donnerstagmorgen verkündete. Die Bank hat ihr Renditeziel fürs nächste Jahr heruntergeschraubt und schätzt die voraussichtlichen Kosten jetzt höher als ursprünglich angepeilt.

Dazu tragen Ausgaben von einer Milliarde Pfund bei für die vom der Regulierungsbehörde vorgegeben Abtrennung des Privatkundengeschäfts vom riskanteren Investmentbanking. Britische Banken müssen diese Vorgabe ab 2019 erfüllen.

Barclays hat zudem 290 Millionen Pfund zurückgelegt, um Kunden für Unregelmäßigkeiten bei Devisengeschäften zu entschädigen. Eine interne Prüfung habe ergeben, dass dies für Transaktionen notwendig sei, die sich zwischen 2005 und 2012 abgespielt hätten, sagte Finanzvorstand Tushar Morzaria in einer Telefonkonferenz. Auf weitere Details wollte er nicht eingehen.

Die Bank hat im abgelaufenen Quartal auch einen Verlust beim Verkauf ihres portugiesischen Privatkundengeschäfts verbucht. Was den Gewinn ebenfalls belastet hat, waren Rückstellungen für einen Rechtsstreit um fragwürdige US-Hypothekenpapiere.

Vor allem die Kosten, die mit der Umsetzung der regulatorischen Auflagen einhergehen, werden laut Barclays zu höheren Ausgaben führen: Statt 14,5 Milliarden Pfund erwartet die Bank jetzt im nächsten Jahr Kosten von 14,9 Milliarden Pfund. Barclays hat daher auch das Eigenrenditeziel für 2016 von ursprünglich zwölf auf elf Prozent gesenkt. Im vergangenen Quartal lag diese Kennzahl bei 5,7 Prozent – nach 6,1 Prozent im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Der Aktienkurs reagierte am Donnerstag zwischenzeitlich mit einem Minus von mehr als vier Prozent auf die Nachrichten.

Bereits einen Tag zuvor hat die Bank bestätigt, dass der ehemalige JP-Morgan-Investmentbanker Jes Staley den Barclays-Topposten übernimmt. Er tritt zum 1. Dezember an. In einem Brief an die Mitarbeiter betonte er, dass den notwendigen Umbau der Investmentbanksparte vorantreiben werde, um das Geschäft weniger kapitalintensiv zu machen. Das Geschäft kämpft mit enttäuschenden Gewinnen und hohen Ausgaben für die Folgen alter Fehltritte.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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