Gewinn verdoppelt: Superreiche füllen Credit Suisse die Kasse

Gewinn verdoppelt
Superreiche füllen Credit Suisse die Kasse

Die Credit Suisse hat ihren Gewinn in 2013 auf gut drei Milliarden Euro mehr als verdoppelt. Superreiche vertrauen auf die Dienste der Schweizer – und bringen viel Geld mit. Schlecht läuft es im Investmentbanking.
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ZürichRückstellungen für Altlasten und die Flaute im Anleihengeschäft haben der Credit Suisse im Schlussquartal 2013 das Geschäft vermiest. Das Investmentbanking rutschte im vierten Quartal überraschend in die roten Zahlen. Unter dem Strich verdiente die Schweizer Großbank 267 (Vorjahr 263) Millionen Franken (rund 218 Millionen Euro) und verfehlte damit die Analystenerwartungen deutlich. Konzernchef Brady Dougan vertröstete die Aktionäre bei der Bilanzvorlage am Donnerstag auf die Zukunft und bekräftige sein ehrgeiziges Renditeziel. 2014 habe trotz der Turbulenzen in Schwellenländern vielversprechend begonnen. „Die Ergebnisse im bisherigen Jahresverlauf sind erfreulich“, sagte Dougan. Die Abwicklung von nicht strategischen Geschäften wird aber auch in diesem Jahr das Ergebnis belasten.

Im vergangenen Jahr fuhr die Bank mit 3,07 Milliarden Franken zwar den höchsten Gewinn seit 2010 ein. Vor Jahresfrist hatte allerdings die Höherbewertung der eigenen Schulden den Gewinn gedrückt. Im Investmentbanking fiel im vierten Quartal ein Verlust von 40 Millionen Franken an. Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit Hypothekenpapieren schlugen mit 339 Millionen Franken zu Buche. Zudem verdienten die Investmentbanker trotz rückläufiger Erträgen mehr als im Jahr davor. Den Aktionären winkt indes für 2013 eine Dividende von 0,70 Franken pro Aktie.

Dennoch reagierten die Anleger verschnupft. An der Börse sackten die CS-Titel 1,8 Prozent auf 26,56 Franken ab, während der europäische Bankensektor anzog. „Credit Suisse wird definitiv von der Vergangenheit heimgesucht“, erklärte Safra Sarasin-Analyst Rainer Skierka. Auch operativ sehe der Abschluss nicht gut aus. Credit Suisse hinke im Investmentbanking, das in guten Zeiten hohe Gewinne, in Krisenzeiten jedoch auch horrende Verluste bringen kann, dem in diesem Bereich kleineren Rivalen UBS hinterher. Dies werfe die Frage auf, ob Credit Suisse hier ein strukturelles Problem habe.

UBS konnte 2013 die Früchte ihrer Neuausrichtung ernten. Das zurechtgestutzte Investmentbanking lieferte im Schlussquartal fast 300 Millionen Franken Gewinn. Im Herbst 2012 hatten UBS-Konzernchef Sergio Ermotti und Verwaltungsrats-Präsident Axel Weber begonnen, das risikoreiche Geschäftsfeld zurückzufahren. Riskante Anleihegeschäfte wurden nach milliardenschweren Abschreibungen praktisch aufgegeben. Credit Suisse und auch die Deutsche Bank setzen dagegen weiterhin auf Kapitalmarktgeschäfte, die angesichts strengerer regulatorischer Vorschriften deutlich schwieriger geworden sind. Die Angst vor steigenden Zinsen in den USA hatte im zweiten Halbjahr für eine Flaute bei den Anleihenemissionen gesorgt. Das bekamen der deutsche Branchenprimus aber auch amerikanische Investmentbanken zu spüren. Credit Suisse gehe es genau so wie vielen großen Banken, erklärten Analysten von Goldman Sachs.

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