Gewinne übertroffen
Unicredit steckt Turbulenzen gut weg

Die italienische Muttergesellschaft der Münchner HypoVereinsbank, Unicredit, kann für das zweite Quartal gute Zahlen vorlegen und trotzt damit den Belastungen durch die Umschuldung Griechenlands.
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MailandItaliens größte Bank UniCredit hat die Griechenland-Krise gut weggesteckt. Der Mutterkonzern der HypoVereinsbank machte die 105 Millionen Euro Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen in seinem Portfolio im zweiten Quartal durch ein über Erwarten starkes Handelsergebnis mehr als wett. Der Nettogewinn lag mit 511 Millionen Euro zwar um 37 Prozent unter dem Ergebnis des ersten Quartals, aber über den Schätzungen der Analysten, die UniCredit im Schnitt nur 471 Millionen Euro zugetraut hatten. UniCredit-Aktien weiteten nach den Zahlen ihre Kursgewinne aus und lagen 3,6 Prozent im Plus.

Mit der Aufstockung seiner Kapitaldecke kommt UniCredit aber nur langsam voran. Ende Juni habe die harte Kernkapitalquote - künftig die entscheidende Größe für die Kapitalausstattung - bei 9,12 Prozent gelegen, 0,06 Prozentpunkte höher als Ende April, erklärte die Bank am Mittwoch. Die Risikopositionen in der Bilanz (RWA) seien leicht gestiegen. Analysten erwarten, dass die Bank, die ohne große Kapitalerhöhung durch die Finanzkrise gekommen war, noch in diesem Jahr fünf bis sieben Milliarden Euro an frischem Kapital einsammeln wird, sobald die künftigen Regularien klarer sind.

Die weltweit größten Banken müssen ihre Risiken künftig mit bis zu 9,5 Prozent Aktienkapital und Gewinnrücklagen unterlegen. Unicredit-Chef Federico Ghizzoni bekräftigte den Plan, die harte Kernkapitalquote zu erhöhen.

Das Handelsergebnis der Bank lag im zweiten Quartal trotz der schwankenden Märkte mit 290 Millionen Euro fünf Mal so hoch wie ein Jahr zuvor. An das erste Quartal reichte es allerdings längst nicht heran. Zudem profitierte Unicredit von sinkenden Kreditrückstellungen Im Vergleich zum ersten Quartal gingen sie um ein Fünftel zurück. In Deutschland und bei der Bank Austria in Österreich gebe es bereits weniger faule Kredite, in Italien habe sich das Portfolio nicht mehr so deutlich verschlechtert wie zuletzt. Im ersten Halbjahr habe sich der Nettogewinn im Konzern auf 1,3 Milliarden Euro fast verdoppelt.

UniCredit ist von der Umschuldung in Griechenland deutlich weniger betroffen als die Konkurrenz in Frankreich: BNP Paribas

hatte im zweiten Quartal 534 Millionen Euro auf seine griechischen Staatsanleihen abgeschrieben, Societe Generale (SocGen) sieht nach einer Wertberichtigung von 395 Millionen Euro sein Gewinnziel für 2011 in Gefahr. Die Deutsche Bank hatte 155 Millionen Euro Belastungen wegen ihrer Griechenland-Anleihen zu verkraften. Für die allein mit drei Milliarden Euro in Griechenland engagierte Commerzbank dürften nach Analystenschätzungen 600 bis 800 Millionen Euro an Abschreibungen fällig sein. Unter dem Strich muss sie damit um einen Quartalsgewinn bangen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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