Gewinneinbrüche: Investmentbanker bangen um ihre Jobs

Gewinneinbrüche
Investmentbanker bangen um ihre Jobs

Die Hoffnung auf bessere Zeiten hat sich für die Investmentbanker zerschlagen. In den Finanzzentren London, New York und Frankfurt bringt auch das dritte Quartal keine Erholung. Wahrscheinlich müssen sich die Banken auf dauerhaft niedrigere Gewinne einstellen. Die Angst vor der betriebsbedingten Kündigung macht die Runde.
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NEW YORK LONDON. Es waren nur wenige dürre Worte, aber sie machten endgültig klar, dass auf die erfolgsverwöhnten Investmentbanker harte Zeiten zukommen: Das Ergebnis der Kapitalmarktsparte werde im dritten Quartal „deutlich hinter dem Wert des Vorjahres zurückbleiben“, gestand die Deutsche Bank vor wenigen Tagen ihren Aktionären.

Für den deutschen Branchenprimus dürfte es nur ein kleiner Trost sein, dass er mit seinen Problemen im Investmentbanking nicht alleine da steht. Rund um den Globus rechnen die Analysten mit einem Einbruch der Gewinne und in den Finanzzentren wächst die Furcht vor der nächsten Entlassungswelle.

Die Probleme begannen bereits im zweiten Quartal. Als die europäische Schuldenkrise Angst und Schrecken an den Märkten verbreitete, zogen sich viele Investoren zurück und fuhren ihre Risiken deutlich herunter– mit schwerwiegenden Folgen für die Banken: Die Handelsabteilungen, die in den ersten drei Monaten des Jahres noch üppige Gewinne eingefahren hatten, verdienten plötzlich sehr viel weniger. Im Schnitt brachen die Einnahmen im Geschäft mit Anleihen, Aktien, Devisen und Derivaten im zweiten Quartal um 35 Prozent ein. Die Geldmaschine, die den Banken nach der Finanzkrise satte Profite beschert hatte, war plötzlich ins Stottern geraten.

Spätestens nach der Gewinnwarnung der Deutschen Bank ist klar, dass auch das dritte Quartal keine Erholung gebracht hat. Im Gegenteil, die Verunsicherung hat noch zugenommen. Nach wie vor ist unklar, wie die Investmentbanker mit der schärferen Regulierung zurecht kommen werden. Außerdem haben schwache Konjunkturdaten die Hoffnung auf eine robuste Erholung der Weltwirtschaft getrübt. Kein Wunder, dass die Analysten ihre Gewinnschätzungen für das dritte Quartal kräftig nach unten korrigieren.

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  • Dass unsere Arbeit und unser Wirken im normalen Volk geschätzt wird und auch politisch hoch eingeschätzt wird , zeigt, dass das Volk uns unterstützt hat und Steuergelder investiert hat, um seine Einlagen zu unterstützen. Welche Firma oder welcher "Handwerker" genießt dieses Ansehen. Die Schichten, die in Deutschland maßgebend sind, schätzen uns und unser Wirken, der Rest ist nicht wichtig.

  • "billiges Geld wurde von den Notenbanken bereitgestellt um in den USA die Eigenheimblase zu bauen. Politisch gewollt wohl gemerkt. "

    Lassen Sie uns darüber mal nachdenken:
    Viele Leute in den USA hatten kein Haus.
    Sie hatten auch nur ein geringes Einkommen.
    Und keine Ersparnisse.
    Nun hat man diesen Leuten Kredit gegeben.
    Daraufhin haben sich andere Leute für dieses Geld an die Arbeit gemacht und denen Häuser gebaut.
    Die Arbeitsleistung war offenbar vorhanden, die war vorher ungenutzt.
    Die Produkte wurden auch gebraucht und benutzt.
    Grundstücke gab es offenbar auch, und infrastruktur konnte gebaut werden.
    Alles in allem eine sinnvolle Tätigkeit die das Land weiter gebracht hat. Zu der es ohne das Geld der Zentralbank aber nicht gekommen wäre.

    Warum? Wenn bedarf und Arbeitsleistung da war?

    Weil diejenigen, die die Häuser brauchen, kein Geld dafür hatten. Aber wo war das Geld denn ? Woanders, bei anderen Leuten. bei Leuten die so viel Geld haben, daß sie gar nicht mehr wissen wohin damit, die aber auf alle Fälle nichts damit tun damit es das Land voran bringt in eine lebenswertere Gesellschaft. bei den Schmarotzern des Kapitalismus.

    So weit haben die USA das richtig gemacht, eine Schieflage bei den Vermögen durch mehr oder weniger gespendetes Geld korrigiert, und damit die Entwicklung des Landes gefördert, selbst wenn jetzt das Geld inflationiert wird und damit die Reichen etwas weniger reich sein sollten.

    Nur wir in Deutschland, wir haben sowieso viel weniger Hauseigentum, wir haben noch mehr bedarf an Eigenheimen, hier gibt es auch genug Arbeitsleistung um solche zu bauen, doch hier bleibt die Geldverteilung wie sie ist: Einige habe viel zu viel davon, andere viel zu wenig. Und mit der aktuellen Politik wird sich dieses noch verstärken.

    Man hätte die Problem ganz ohne Verwerfungen des Finanzsystems lösen können, in dem man die Schere zwischen Arm und Reich, die seit den 80gern dramatisch auseinandergeht, wieder zurückdreht, z.b. in dem man diejenigen die exorbitante Gehälter genehmigen wegen Untreue gegenüber der Firma verurteilt.

    Aber das ist ja hier in Deutschland politisch nicht gewollt.

    ich glaube, eine Menge Leute mögen diese Politk nicht mehr. Wo die Gierigen Millionäre nur darauf schielen wie sie zum Milliardär werden können.

    Doch jeder, der mehr vom Kuchen abschneidet, nimmt anderen etwas weg.

    SPERRT DiE ZECKEN DER GESELLSCHAFT ALLE EiN!

    Der Kapitalismus mit seiner Marktwirtshcft stellt die behauptung auf, alles regelt sich von selbst zum Guten, daß dort, wo es am nötigsten ist, die Produkte und Arbeitsleistung hinfliessen. Das ist aber offensichtlich gelogen. Am nötigsten hätte es derzeit Haiti. Aber da fliesst (ausser durch Spenden von nicht so von der Gier getriebener Menschen) kein Geld hin.

    Stattdessen reisst man in Manhatten Wolkenkratzer ab, damit noch grossere Wolkenkratzer noch höhere Mietn bringen.

    An dem System ist was faul. Stinkt ganz gewaltig.

  • @alfred, @clubmann:
    Die meisten investmentbanker verdienen 10x mehr, als ein Handwerker oder ingenieur. Glauben sie wirklich, dass letztere deswegen zehnmal weniger hart arbeiten, oder ihre Tätigkeit 10x weniger Wissen erfordert ???
    Es scheint eher so, dass sich mit übermässiger bezahlung auch das Ego/Selbstbewusstsein ersterer entsprechend aufbläht.

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