Gewinnrückgang
SEB sieht Gefahr in Sparmaßnahmen

Die schwedische Bank musste im zweiten Quartal einen Gewinnrückgang hinnehmen. Auch für die weitere Entwicklung ist Vorsicht geboten: Ein niedrigeres Wirtschaftswachstum in Europa könnte das Geschäft belasten.
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StockholmDie schwedische Großbank SEB fühlt sich mit ihrem Kapitalpolster für eine Ausweitung der Schuldenkrise gewappnet. Die harte Kernkapitalquote (Core Tier 1) lag zum Ende des zweiten Quartals bei soliden 15,3 (Ende März: 13,9) Prozent, wie das Institut am Montag mitteilte. Damit erfüllt die SEB die strengeren Anforderungen der Regulierer schon heute.

Nach dem neuen internationalen Regelwerk Basel III müssen die Geldhäuser ab 2013 schrittweise ihre Kernkapitalquote auf sieben von derzeit zwei Prozent erhöhen. Einzelne Länder wie Schweden haben diese Regeln sogar noch vergoldet und fordern den Instituten mehr ab.

SEB-Chefin Annika Falkengren warnte im Gespräch mit Reuters davor, dass auch die nordischen Banken trotz ihrer guten Kapitalisierung in Europa bei einer Ausweitung der Schuldenkrise getroffen werden könnten. Schweden sei mit seiner relativ kleinen, aber offenen Volkswirtschaft nicht immun gegen Ansteckungseffekte.

Noch läuft es für die SEB recht gut. Im zweiten Quartal schaffte das Institut trotz des Niedrigzinsumfelds einen operativen Gewinn von umgerechnet 458 Millionen Euro (3,95 Milliarden Kronen) - und reichte damit fast an das Vorjahresniveau heran. Analysten hatten deutlich weniger erwartet. Dabei half allerdings auch, dass die Bank seit einiger Zeit einen besonders strengen Blick auf die Kosten hat.

Die Anleger honorierten die Nachrichten: Die SEB-Aktie legte bis zum Nachmittag sieben Prozent zu und zog auch andere schwedische Finanztitel mit. Die übrigen Großbanken des Landes legen ihre Quartalszahlen in den kommenden Tagen vor.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Gewinnrückgang: SEB sieht Gefahr in Sparmaßnahmen"

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  • Sparmassnahmen WERDEN zu einer drastischen Verschlechterung der Krise führen - das hat die Vergangen schon gezeigt.

    Einsparungen bringen nur etwas, wenn dadurch die Schulden reduziert werden, was aber nicht der Fall ist. Die Zinsbelastungen sind schon viel zu hoch - die Belastungen müssen entfallen und das geht nur wenn die Gläubiger auf ihre Forderungen verzichten.

    Für alle andere Massnahmen ist es schon zu spät.



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