Gewinnschub im ersten Halbjahr Erste Bank hat Übernahmehunger

Die Erste Bank der österreichischen Sparkassen hat im ersten Halbjahr vor allem von ihren Aktivitäten in Osteuropa profitiert, gleichzeitig aber auch die Gewinne in Österreich gesteigert. Nun zeigt sich das Bankhaus hungrig nach weiteren Zukäufen in Zentral- und Osteuropa.

HB WIEN. Vorstandschef Andreas Treichl verlängerte am Montag seine lange Liste für mögliche Übernahmeziele um die Ukraine. Bei einem Treffen mit dem ukrainischen Staatspräsidenten Viktor Juschtschenko habe Treichl Interesse an der bisher staatlichen Sparkasse Oschadbank angemeldet. „Für den Fall, dass sie an Privatisierung denken, würden wir uns interessieren“, habe er Juschtschenko gesagt. Die Entstaatlichung der Bankenlandschaft könnte schon 2006 beginnen, sagte Treichl.

Sollte die Raiffeisen International scheitern, die zweitgrößte, private ukrainische Bank Aval zu übernehmen, stünde die Erste Bank bereit. „Wenn dort alle Wege offen sind, schauen wir uns auch das an“, sagte er.

In Rumänien beginne die Erste Bank am heutigen Montag mit der Buchprüfung der Großbank Banca Comerciala Romana (BCR). „In Fairness zu unseren Konkurrenten würde ich sagen, unsere Chancen sind zehn Prozent“, sagte Treichl. Neben der Ersten Bank erlaubt es der Balkanstaat im Zuge des Bieterprozesses neun weiteren Banken, in die BCR-Bücher zu schauen, darunter der Deutschen Bank.

Spekulationen, die Frankfurter könnten ihren Preis für die BCR sehr hoch ansetzen, begegnete Treichl. „Bei Akquisitionen in Zentral- und Osteuropa, da haben wir wesentlich mehr Erfahrung als die Deutsche Bank.“

Die Bieterpreis werde von der Ersten Bank so gestaltet, die Chancen in Rumänien zu wahren. „Es wird aber keiner sein, der betriebswirtschaftlich nicht zu rechtfertigen ist“, sagte er. Vor Ende Oktober sei nicht mit einer Entscheidung der rumänischen Privatisierungsagentur zu rechnen.

Von den Zukäufen im Laufe des Jahres hänge auch die Dividendenpolitik ab. „Wir werden auf jeden Fall zumindest zehn Prozent mehr Dividende zahlen als im Vorjahr“, erneuerte Treichl. Ob der Wert höher ausfallen werde, hänge von den Kosten für die Expansion ab. Für 2004 hat die Erste 0,50 € je Aktie ausgeschüttet.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%