Gewinnsprung
Sonnige Zeiten für Wells Fargo

Während bei JP Morgan der Quartalsgewinn leicht zurückgeht, lässt es Wells Fargo krachen. Die Bank aus dem Sonnenstaat Kalifornien legt einen Gewinnsprung um mehr als 15 Prozent hin.
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San FranciscoDie US-Großbank Wells Fargo bleibt allen Krisen zum Trotz auf Rekordkurs. Im zweiten Quartal stieg der Gewinn dank lukrativer Kreditgeschäfte und gesunkener Kosten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 17 Prozent auf 4,6 Milliarden Dollar - mehr als je zuvor, wie das Unternehmen am Freitag in San Francisco mitteilte. Der Umsatz stieg im Vorjahresvergleich um vier Prozent auf 21,3 Milliarden Dollar.

Die Schuldenkrise lässt Wells Fargo weitgehend kalt, weil sich das Institut auf das Privatkundengeschäft konzentriert und vergleichsweise wenig Investmentbanking betreibt. Wells Fargo profitiert zunehmend von ihrer Marktführerschaft in den USA bei der Vergabe von Häuserdarlehen.

Der Gewinn im Hypothekengeschäft stieg auf 2,9 Milliarden Dollar von 1,6 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum. Zudem verbesserte sich die Qualität der Kredite. So gab die Bank 400 Millionen Dollar frei, die zunächst für die Risikovorsorge gedacht waren. Die Aktie gewann zu Handelsbeginn an der Wall Street 1,2 Prozent.

Die Bank hat sich zum größten Kreditgeber für Häuser des Landes entwickelt, ein Drittel aller Immobiliendarlehen stammen inzwischen vor ihr. Da sich die Wirtschaftslage in den USA in diesem Jahr etwas entspannt hat, zahlen die Schuldner ihre Kreditraten wieder pünktlicher.

Die Bank ist einer der großen Gewinner der Finanzkrise. Sie hatte in der Krise den Rivalen Wachovia übernommen. Inzwischen mischen die Kalifornier auch international stärker mit. Von der zerschlagenen Düsseldorfer WestLB übernahmen sie Ende Juni das Geschäft mit Beteiligungsgesellschaften und Immobilienfonds sowie ein milliardenschweres Kreditpaket.

Am Donnerstag stimmte Wells Fargo zu, 175 Millionen Dollar zu zahlen, um einem möglichen langjährigen Rechtsstreit mit dem Justizministerium aus dem Weg zu gehen. Dieses warf Wells Fargo vor, während des Häuserbooms von Afro-Afrikanern und Hispano-Amerikanern höhere Raten und Hypothekengebühren verlangt zu haben.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Tobias Döring, Redakteur Unternehmen, Handelsblatt Online
Tobias Döring
Handelsblatt / Chef vom Dienst

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