Gewinnsprung
Sparmaßnahmen machen sich für Postbank bezahlt

Die Postbank hat im ersten Halbjahr 2012 die die griechischen Staatsanleihen abbauen können. Der Gewinn der Deutschen-Bank-Tochter steigt aber auch stark an, weil beim Personal gespart wurde.
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BonnDie Deutsche Postbank stemmt sich gegen die Folgen von niedrigen Zinsen und der geringen Lust der Kunden auf Anlagen am Kapitalmarkt. Für den deutlichen Gewinnanstieg auf 174 (Vorjahr: 98) Millionen Euro im ersten Halbjahr 2012 war der Wegfall von Einmaleffekten verantwortlich.

Zum einen schlug sich darin der Abbau der griechischen Staatsanleihen im Portfolio nieder, die ein Jahr zuvor noch 186 Millionen Euro Abschreibungen verursacht hatte, wie die Postbank am Freitag in Bonn mitteilte. Nun ist die Tochter der Deutschen Bank die Papiere komplett los. Zum anderen hatte sie im vergangenen Jahr 155 Millionen Euro für den geplanten Arbeitsplatz-Abbau und Altersteilzeit-Regelungen zurückgelegt.

Das ließ den Kostenblock im ersten Halbjahr um zehn Prozent sinken, ohne den Sondereffekt wäre der Verwaltungsaufwand um drei Prozent zurückgegangen. Das wog den rückläufigen Zins- und Provisionsüberschuss auf. Vorstandschef Frank Strauß räumte ein, dass die Postbank wegen der riesigen Spareinlagen ihrer Kunden besonders mit den niedrigen Zinsen am Kapitalmarkt zu kämpfen habe.

Spar- und Tagesgelder hatten Ende Juni ein Volumen von 55 Milliarden Euro. „Wir reagieren darauf mit einem Ausbau unseres Kundenkreditgeschäfts, strenger Kostendisziplin und dem weiteren Abbau von Kapitalmarktrisiken.“ Die Postbank hatte sich vor der Finanzkrise große Positionen letztlich toxischer Papiere in die Bücher gelegt, die sie seither loswerden will.

Strauß bekräftigte das Ziel, in diesem und in den folgenden Jahren „deutlich positive Ergebnisse“ zu erwirtschaften. Die Integration in die Deutsche Bank geht unterdessen weiter. Die zum Branchenprimus gehörende Norisbank ist seit 1. August nur noch online aktiv, ihre 400 Filial-Mitarbeiter sind zur Postbank gewechselt. Das Fondsmanagement der Postbank soll noch in diesem Quartal an die Deutsche-Bank-Tochter DWS gehen. Die Bilanzsumme der Postbank lag zum 30. Juni mit 196,5 Milliarden Euro um 400 Millionen Euro über dem Vorjahreswert.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur
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Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Gewinnsprung: Sparmaßnahmen machen sich für Postbank bezahlt"

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  • Dem kann ich zustimmen

    Seit ca. zwei Jahren wird überall gespart. Der Service ist sehr schlecht (geworden).

    Eigentlich will man, dass der Kunde alles Online macht. Aber zahlt..

    Finger weg....

  • Die griechischen Staatsanleihen wurden doch bestimmt von der EZB aufgekauft....

    Schönen Tag noch
    Landshark

  • Das System ist einfach: keinerlei Service, dafür aber erhöhte Kosten ... Sucht Euch eine andere Bank !

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