Girokonten
Onlinebanken sind die Gewinner

Verbraucher in Deutschland zieht es immer mehr zu Onlinebanken – auch weil Sparkassen und Genossenschaftsbanken ihre Gebühren erhöht haben. Vor allem eine Kundengruppe verlässt die klassische Banken.
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Frankfurt Auf gut 18 Millionen Kunden kommen Direktbanken wie ING-Diba, Comdirect und DKB derzeit – Tendenz steigend. Bis zum Jahr 2020 werden sie die Zahl ihrer Kunden auf 22 Millionen erhöhen, erwartet die Unternehmensberatung Investors Marketing.

Das Wachstum geht auf Kosten von Sparkassen sowie genossenschaftliche Volks- und Raiffeisenbanken. Sie dürften Marktanteile verlieren, so Investors Marketing. Die Direktbanken, bei denen die Kunden ihre Konten in der Regel komplett online führen und die weitgehend auf Filialen verzichten, haben bereits einen rasanten Aufstieg hinter sich. Im Jahr 2000 kamen sich auf nicht einmal vier Millionen Kunden.

Ein großer Vorteil der Onlinebanken: Ihre Kosten sind weitaus geringer als die klassischer Filialbanken, die mehr für Mitarbeiter ausgeben und für die Gebäude. „Die Direktbanken behaupten sich in Zeiten von Niedrigzinsen und zunehmender Digitalisierung“, sagt Investors-Marketing-Chef Oliver Mihm. Sie hätten bereits stark in IT und Service investiert, Kosten gesenkt und die Abhängigkeit vom Einlagengeschäft verringert. Sie würden sich besonders auf den Kunden konzentrieren.

Die Minizinsen nagen an den Erträgen der Kreditinstitute. Zum einen schwinden die Margen im Kreditgeschäft, zum anderen verdienen die Banken weniger, wenn sie Geld sicher am Kapitalmarkt anlegen wollen. Das trifft besonders Sparkassen und Genossenschaftsbanken, die stark vom klassischen Bankgeschäft mit Einlagen und Krediten leben.

Wer niedrige Kosten hat, kann auch auf Gebühren verzichten. Direktbanken bieten häufig Gratiskonten. Es gibt keine Kontoführungsgebühr, auch Girokarte und Kreditkarte sind oft kostenlos. Das lockt Kunden, zumal viele Sparkassen und Volksbanken, aber auch beispielsweise die Postbank zuletzt die Preise angehoben haben. „Die Gebührenerhöhungen bei Filialbanken haben den Direktbanken im vergangenen Jahr viele Neukunden beschert“, sagt Mihm.

Das gilt vor allem für junge Kunden. Direktbanken gewinnen laut Investors Marketing überdurchschnittlich bei Berufseinsteigern sowie Kunden in der Altersgruppe der 30- bis 45-Jährigen, „die sich auf Grund gestiegener Finanzbedürfnisse intensiver mit unterschiedlichen Angeboten auseinandersetzen“. Und dann womöglich zu einer Bank mit Gratiskonto wechseln. Ein Problem für Sparkassen und Genossenschaftsbanken, meint Mihm: Der Verlust dieser potenzialstarken Klientel sei schmerzhaft.

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