Gläubiger fordern Geld
Commerzbank verklagt Investmentfirma in Dubai

Gemeinsam mit zwei weiteren Banken geht das deutsche Geldhaus gegen die hochverschuldete Dubai Group vor. Vorangegangen sind zwei Jahre ergebnisloser Gläubigergespräche. Eine mögliche Umschuldung könnte sich verzögern.
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DubaiDie Commerzbank verklagt zusammen mit zwei anderen Banken die hoch verschuldete Investmentfirma Dubai Group. Nach zwei Jahren ergebnisloser Gläubigerverhandlungen habe es keine Alternative gegeben, erklärte die Commerzbank am Donnerstag in einer gemeinsamen Mitteilung mit der Royal Bank of Scotland und der südafrikanischen Standard Bank. Das Verfahren sei vor einer Woche vor einem Londoner Gericht eingeleitet worden. Bevorzugt werde jedoch weiterhin eine außergerichtliche Einigung. Die Dubai Group, die zur Dubai Holding gehört, habe allerdings noch keinen tragfähigen Vorschlag gemacht. Weitere Details über die Verhandlungen würden nicht veröffentlicht, hieß es weiter. Zunächst war unklar, wie hoch die Forderungen der Commerzbank sind.

Die Dubai Group sitzt auf einem zehn Milliarden Dollar hohen Schuldenberg. Die persönliche Investmentfirma des Herrschers von Dubai, Scheich Mohammed bin Raschid al-Maktum, leidet immer noch stark unter dem Einbruch der Geschäfte nach der Finanzkrise und den schlechten Bewertungen ihrer Töchter. Experten sehen in dem Verfahren eine Gefahr, dass sich die Gespräche über eine Umschuldung deutlich in die Länge ziehen könnten. Die Verhandlungen dauern bereits seit Ende 2010 an, nachdem die Dubai Group mit Zinszahlungen ins Hintertreffen geraten war.

Beobachter sehen in der Klage eher eine Verhandlungstaktik der Geldhäuser, um als ungesicherte Gläubiger einen besseren Deal durchzusetzen. Schließlich verwiesen die klagenden Banken selbst darauf, weiterhin eine außergerichtliche Lösung zu bevorzugen. „Sie sind ungesichert und haben nichts, deswegen machen sie dies aus der Verzweiflung heraus oder weil sie darauf setzen, dass die Dubaier Regierung die Gruppe rettet“, sagte ein Banker aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, der anonym bleiben wollte. Im Januar hatte sich die Regierung aus den Schuldengespräche verabschiedet und damit die Hoffnungen der Gläubiger auf Staatshilfen zunichtegemacht.

Die Dubai Group strebt nach eigenen Angaben an, dass die Kreditgeber einer zeitlichen Streckung der Schuldenrückzahlung auf bis zu zwölf Jahre zustimmen. Ziel des Unternehmens ist es, seinen Beteiligungen die Chance zu geben, zunächst wieder an Marktwert zu gewinnen, bevor sie verkauft werden. Die Gruppe ist unter anderem an der ägyptischen Investmentbank EFG Hermes, der zyprischen Popular Bank und der Dubaier Börse beteiligt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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