Goldman Sachs

Aktienhandel lässt Goldman-Gewinn nach oben springen

Goldman Sachs präsentiert glänzende Quartalszahlen. In den ersten drei Monaten des Jahres stieg der Gewinn um satte 41 Prozent. Die Aktionäre jubeln. Ein Grund für das Plus: Höhere Erträge im Wertpapierhandel.
Update: 16.04.2015 - 14:29 Uhr 1 Kommentar
Goldman Sachs verzeichnet im ersten Quartal 2015 einen saftigen Gewinnsprung. Quelle: Reuters
Glänzende Bilanz

Goldman Sachs verzeichnet im ersten Quartal 2015 einen saftigen Gewinnsprung.

(Foto: Reuters)

New YorkDie US-Großbank Goldman Sachs hat mit dem Gewinn im ersten Quartal die Erwartungen der Analysten deutlich übertroffen. Die Bank konnte die Erträge im Handel mit festverzinslichen Wertpapieren, Rohstoffen und Währungen (FICC) stärker steigern als die Wettbewerber und erzielte im Bereich Fusionsberatung die höchsten Einnahmen seit der Finanzkrise.

Der Nettogewinn stieg um 40 Prozent auf 2,84 Milliarden Dollar (2,65 Milliarden Euro) oder 5,94 Dollar je Aktie im Vergleich zu zwei Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum, wie die US-Bank am Donnerstag mitteilte. Analysten hatten einer Umfrage von Bloomberg zufolge lediglich mit einem Gewinn in Höhe von 4,26 Dollar je Aktie gerechnet.

Bank-Chef Lloyd Blankfein hatte in der Vergangenheit Geduld gepredigt und hielt am Handel mit festverzinslichen Papieren fest, während viele Konkurrenten den Bereich stutzten. Mit einem Anstieg von zehn Prozent bei den Erträgen aus dem Bondhandel hat Goldman Sachs die Ergebnisse von JP Morgan mit einem Plus von fünf Prozent und den Rückgang um sieben Prozent bei Bank of America weit hinter sich gelassen.

Die Gesamterträge von Goldman Sachs verbesserten sich im ersten Quartal um 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 10,62 Milliarden Dollar. Der Anteil des Personalaufwands am Gewinn lag bei 42 Prozent nach 43 Prozent vor einem Jahr. Die Erträge im Bereich FICC stiegen um ein Zehntel auf 3,13 Milliarden Dollar. Der Aktienhandel kam auf Erträge von 1,12 Milliarden Dollar - ein Plus von 170 Prozent.

2015 war das Rekord-Übernahmejahr
Marriott kauft Starwood
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Die Hotelkette Marriott International übernimmt den Konkurrenten Starwood Hotels & Resorts für umgerechnet gut 12 Milliarden Dollar. Gemeinsam wäre das neue Unternehmen mit über 5.500 Hotels mit 1,1 Million Zimmern der neue Branchenprimus. Es ist der größte Deal in der Hotellerie seit dem Kauf von Hilton durch den Finanzinvestor Blackstone 2007. Doch in diesem Jahr gab es noch einige dickere Geschäfte...

Air Liquide übernimmt Airgas
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Mit einer Milliarden-Übernahme will der französische Gase-Hersteller Air Liquide dem deutschen Konkurrenten Linde den globalen Spitzenplatz in der Branche streitig machen. Die Franzosen verständigten sich mit dem Management des US-Unternehmens Airgas auf einen Preis von 143 US-Dollar je Aktie. Der Deal hat inklusive der Schulden von Airgas ein Volumen von 13,4 Milliarden Dollar.

Vonovia will Deutsche Wohnen übernehmen
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Die größte deutsche Transaktion des Jahres fällt vergleichsweise bescheiden aus. Der Wohnungskonzern Vonovia bietet 15,6 Milliarden Dollar für Deutsche Wohnen.

Abbvie kauft Pharmacyclics
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In der US-Pharmabranche grassiert sichtbar die Konsolidierungswelle. Anfang März griff Abbvie bei Pharmacyclics zu, um die eigene Sparte Krebsforschung auszubauen. Im Mai wurde der Deal abgeschlossen: Das Geschäft ist 21 Milliarden Dollar schwer.

Quelle: Dealogic/Thomson Reuters/Handelsblatt Research Institute

Ace kauft Chubb
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Der Versicherer Ace mit Sitz in Zürich zeigte im Juli Interesse für den Wettbewerber Chubb aus den USA. Gemeinsam wollen die beiden Unternehmen zu einem globalen Schwergewicht in der Sachversicherung werden. Nach der Übernahme soll Ace 70 Prozent am fusionierten Konzern halten. Der Preis für den Deal beträgt rund 28 Milliarden Dollar.

Wells Fargo kauft Finanzsparte von General Electric
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Der Siemens-Konkurrent General Electric verkauft sein Spezial-Finanzportfolio an die US-Bank Wells Fargo – Vermögenswerte von rund 28 Milliarden Euro wechseln den Besitzer. Mit einem Kaufpreis von über 30 Milliarden Euro sei der Deal bislang die größte Transaktion für GE. Das Geschäft soll bis zum ersten Quartal 2016 abgeschlossen sein.

Shire bietet für Baxalta
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Shire will führender Spezialist für Medikamente gegen seltene Krankheiten werden. Deshalb will der in Irland ansässige Arzneimittelhersteller für etwa 30 Milliarden Dollar den US-Rivalen Baxalta schlucken. Das Vorhaben soll trotz Widerstands im Baxalta-Management vorangetrieben werden.

Im Beratungsgeschäft stiegen die Erträge um 41 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 961 Millionen Dollar. Goldman war in den vergangenen Wochen bei etlichen großen Firmenübernahmen als Berater engagiert. Die harte Kernkapitalquote Goldmans gemäß der Basel-III-Richtlinien gibt die Bank mit 12,6 Prozent an.

Im vorbörslichen US-Handel zogen Goldman-Aktien nach Vorlage der Bilanz um knapp zwei Prozent an.

  • Bloomberg
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1 Kommentare zu "Goldman Sachs: Aktienhandel lässt Goldman-Gewinn nach oben springen"

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  • Tschaa, das System Goldman&Sachs funktioniert eben.
    Wenn man nur schaut, wo überall an den verantwortlichen Positionen ein Goldman-Jünger sitzt, darf so ein globaler Erfolg niemanden überraschen.Schauen wir doch mit Herrn Drahgi den obersten Europäer unter den Goldmännern an, wie viel Macht er sich angeeignet hat.
    Hatte er erst die EZB in der Hand, ging es gleich flott weiter.
    Wie war dass mit der europäischen Bankenaufsicht?
    Jeder wusste, dass es systemisch keine gute Idee ist, die Bankenaufsicht ausgerechnet der EZB zu übertragen, denn Interessenkonflikte sind vorprogrammiert.
    Aber nein! Es wurde trotz mahnender Worte umgesetzt.
    Begibt man sich auf das Terrain der Verschwörungstheoretiker, ist damit nämlich folgendes passiert.
    G&S hat die größten Spieler ihrer europäischen Konkurrenz jetzt bequem unter Kontrolle.
    Wunderbare Finanzwelt, gelle!? ;D

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