Goldman Sachs
Diese Ex-Goldmänner regieren die Zentralbanken

Von Minneapolis bis Paris halten ehemalige Banker zunehmend Einzug in die Zentralbanken dieser Welt. Wer heute welche Notenbank steuert – und was das für die Geldpolitik bedeutet.

LondonNun also Neel Kashkari. Der Mann aus Ohio wurde in der vergangenen Woche zum neuen Chef der Federal Reserve Bank of Minneapolis ernannt. Im Januar soll er seinen neuen Posten antreten. Und damit gehört er schon bald zu einem exklusiven Klub ehemaliger Goldman Sachs-Banker, die einflussreiche Positionen bei Zentralbanken bekleiden. Kashkari wurde in den USA vor allem als der Mann bekannt, der inmitten der Hypotheken-Krise 2008 ein 700-Milliarden-Dollar-Rettungsprogramm für Banken auflegte. Seine Vergangenheit – angestellt bei der Investmentgesellschaft Pimco, Gouverneurs-Kandidat in Kalifornien und eben Goldman Sachs – ist vielfältig.

Dennoch verdeutlicht seine Ernennung zum Fed-Chef in Minneapolis erneut, wie stark ehemalige Privatbanker die Notenbanken der Welt steuern. Besonders hoch ist die Dichte in den USA: Mit der Verpflichtung Kashkaris wird jede dritte der insgesamt zwölf regionalen Fed-Banken in den USA von einer Person geführt, die in der Vergangenheit mit Goldman Sachs in Verbindung stand.

Darunter befindet sich etwa der Chef der New Yorker Fed, William Dudley. Fast ein Jahrzehnt lang war er USA-Chefvolkswirt bei Goldman gewesen, bevor er 2007 zur Zentralbank ging. Dallas-Fed-Präsident Robert Steven Kaplan hatte sogar 22 Jahre bei der US-Großbank verbracht und sich bis zum stellvertretenden Vorsitzenden im Investmentbanking hochgearbeitet.

Auch wenn Patrick Harker von der University of Delaware zur Philadelphia Fed wechselte, so stand er zuvor doch mit Goldman Sachs Trust in Verbindung. Das Problem: Wenn ehemalige Privatbanker zu Zentralbanken wechseln, können sie in einen Interessenkonflikt geraten. Denn zu den Aufgaben der Fed gehört unter anderem die Aufsicht über das Bank- und Finanzsystem.

Und auch in Europas Zentralbanken finden sich Ehemalige der New Yorker Investment-Bank. Sowohl Mark Carney, Chef der britischen Notenbank, und Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), standen früher einmal in den Diensten von Goldman Sachs.

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