Goldman Sachs, JP Morgan
Großbanken wegen Absprachen angeklagt

Sechs Investmentbanken, darunter Goldman Sachs und JP Morgan, müssen sich wegen Leerverkäufen vor Gericht verantworten. Der Vorwurf: Sie sollen im Markt für Aktienleihen gemeinsam eine Umstellung blockiert haben.
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Goldman Sachs, JPMorgan Chase und vier andere Investmentbanken sind bei einem US-Bundesgericht verklagt worden. Sie sollen gemeinsam den mehr als eine Billion Dollar schweren Markt für Aktienleihe kontrolliert haben.

Das Iowa Public Employees Retirement System und zwei weitere Pensionsfonds klagen, die Banken wollten eine Umstellung auf ein vollständig elektronisches System blockieren, über das Emittenten und Käufer von Aktien zusammengebracht werden – die Banken wollten auch weiterhin von jeder Transaktion profitieren. Bei einem Leerverkauf verkaufen Händler geliehene Aktien, um sie zu einem geringeren Preis zurückzukaufen, wenn der Kurs gesunken ist. Die Differenz streichen sie als Gewinn ein.

Die Umstellung auf einen elektronischen „All-to-All“-Markt soll Preistransparenz und Wettbewerb verbessern. Die Banken würden entsprechend in der Transaktion wegfallen. Der Markt für Aktienleihen spielt in der US-Wirtschaft eine wichtige Rolle, da er eine Absicherung ermöglicht und gleichzeitig effiziente Finanzsysteme gewährleistet.

„Die großen Investmentbanken haben konspiriert, um ihre Gewinne auf Kosten der gewöhnlichen Investoren zu bewahren“, erklärte der Anwalt der Kläger, Michael Eisenkraft am Donnerstag in Washington in einer Mitteilung. Die Kläger streben in der Sammel- und Kartellklage Schadensersatz in ungenannter Höhe an. Die Summe könnte unter Bundesrecht verdreifacht werden.

Angeklagt sind auch die Bank of America, Morgan Stanley, Credit Suisse die UBS. Vertreter aller Banken lehnten eine Stellungnahme ab.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Goldman Sachs, JP Morgan: Großbanken wegen Absprachen angeklagt"

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  • Deutsche Bank nicht dabei ?
    Wäre ein Lichtblick der mich freute.
    Übrigens müssten bei noch ca. 2.500 Mio. an Bilanzrücklagen der Deutschen Bank zum 30.6.2017 für Rechtsfälle und Behördenstrafen noch beeindruckende Fälle unterwegs sein. Da fallen die 48,5 Mio.$ lt. heutiger Berichterstattung kaum auf.

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