Goldman Sachs
Privatbank soll reiche Kunden ködern

Goldman Sachs hat mit Einbrüchen im Investmentgeschäft zu kämpfen - und will daher reichen Privatkunden an die Geldschatulle. Eine neues konzerninternes Institut soll in Zukunft auch Kredite vergeben.
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Bangalore/New YorkGoldman Sachs vollzieht einen Strategiewechsel. Die US-Investmentbank baut sich einem Zeitungsbericht zufolge eine Stütze im klassischen Bankgeschäft auf. Das Geldhaus sei dabei, eine konzerninterne Privatbank für reiche Kunden zu schaffen, berichtete das „Wall Street Journal“ am Dienstag.

„Wir bauen eine Privatbank auf“, sagte Goldman-Chef Lloyd Blankfein. „Wir haben die Voraussetzungen: Kontakte und Kapital.“ Damit werde Goldman mehr Einlagen gewinnen, die der Konzern als günstige Refinanzierungsquelle nutzen könne.

Blankfein machte dem Blatt zufolge aber deutlich, dass die neue Privatbank weder Filialen öffnen noch ein Geldautomatennetz schaffen oder Kreditkarten ausgeben wolle. „Wir werden auch keine Toaster verteilen“, scherzte Blankfein.

Mit den Einlagen mache sich die Bank von den Schwankungen an den Finanzmärkten unabhängiger. Bisher berieten die Banker die Privatkunden bei Investments und verkauften ihnen die passenden Fonds. In Zukunft sollten sie den reichen Kunden auch Depots anbieten und ihnen Kredite geben.

Die neue Sparte werde ferner Kredite an Unternehmen direkter vergeben. Goldman-Manager strebten ein Kreditvolumen von 100 Milliarden Dollar an, Ende März seien es lediglich zwölf Milliarden gewesen, hieß es in dem Bericht. Am Nachmittag dementierte Goldman Sachs den Bericht. Man wisse nicht, woher die Zahlen stammen. Die Bank gebe es seit zwei Jahren, es habe in der Zeit aber kein größeres Wachstum gegeben.

Ursprünglich habe Blankfein nicht ins Kreditgeschäft einsteigen wollen berichtete das „Wall Street Journal“ weiter, jetzt sehe er keine Alternative. „Wir haben die Verordnungen, wir haben die Kosten, wir haben die Belastungen“, wird der Goldman-Chef zitiert. „Wenn wir jetzt die möglichen Gewinne mit den zukünftigen Kosten des Geschäfts vergleichen, ist die Antwort eindeutig: Wir bauen unser Bankgeschäft aus.“

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Tobias Döring, Redakteur Unternehmen, Handelsblatt Online
Tobias Döring
Handelsblatt / Chef vom Dienst

Kommentare zu " Goldman Sachs: Privatbank soll reiche Kunden ködern"

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  • "Bei Goldman Sachs befindet man sich in Gottes Hand"

    Das kann durchaus sein - er hat ja nicht gesagt, welcher Gott gemeint ist.
    [...] [+++Beitrag wurde von der Redaktion editiert+++]

  • Bei Goldman Sachs befindet man sich in Gottes Hand. Jedenfalls behauptet dies Mr Blankfein.

  • Goldmähner Sachs, die Erfinder des modernen Getriebes zum Betrieb erfolgreicher Geldgeschäfte von Anlegern mit dem Anspruch des Besonderen. Dies hatte es allezeit gegeben. In Deutschland wurde deswegen eine ganze Allianz gegründet.

    Was daran nun besonders toll sein soll, kann ich nicht finden. Vergessen wir dabei nicht, das Licht haben wir nicht neu erfunden und der Schatten, der kommt rhytmisch von selbst daher; immer wieder in alten Schläuchen, offensichtlich.

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