Goldman Sachs
Schwaches Handelsgeschäft lässt Gewinn einbrechen

Gewinnabsturz bei Goldman Sachs: Wegen einer Flaute im wichtigen Geschäft mit Anleihen, Devisen und Rohstoffen schrumpft der Gewinn. Damit enttäuscht die US-Großbank die Erwartungen vieler Analysten.

New YorkDie US-Investmentbank Goldman Sachs ist wegen der Flaute an den Märkten auch im Sommer nicht in Fahrt gekommen. Vor allem im Handel gab es große Einbußen. Viele Kunden hielten sich mit Wertpapiergeschäften zurück, weil sie verunsichert seien, wie sich die Weltwirtschaft entwickele, erklärte Vorstandschef Lloyd Blankfein am Donnerstag. Ein florierendes Beratungsgeschäft bei Fusionen und Übernahmen (M&A) konnte das dritte Quartal nicht retten: Der Nettogewinn brach um mehr als ein Drittel auf 1,33 Milliarden Dollar ein. Besser sah es bei der drittgrößten US-Bank Citigroup aus, die sich mit Kosteneinsparungen gegen den Abwärtstrend stemmte. Hier war das Vorjahresquartal wegen diverser Altlasten aber auch besonders schwach gewesen. Jetzt kletterte der Überschuss um 51 Prozent auf 4,29 Milliarden Dollar.

Weltweit spüren die Großbanken, dass Investoren in Wartestellung sind. Sie wollen mehr Klarheit haben, ob etwa die chinesische Wirtschaft dauerhaft schwächelt und wann die lang erwartete Zinserhöhung in den USA kommt. Bei wichtigen Investmententscheidungen bleiben sie deshalb lieber in Deckung. Schon bei JP Morgan und der Bank of America hatte sich in dieser Woche abgezeichnet, dass das vor allem den Handel trifft. Bei Goldman war der Einbruch im Geschäft mit festverzinslichen Wertpapieren, Devisen und Rohstoffen aber um einiges größer: Hier sanken die Einnahmen um 33 Prozent auf 1,46 Milliarden Dollar. Der Bereich ist zwar besonders schwankungsanfällig, er wirft in guten Zeiten aber auch das meiste Geld ab. Goldman hat deshalb wiederholt klargemacht, dass hier Durchhalten die Devise ist, nicht Schrumpfen. Dabei waren schon die Monate im Frühjahr eine herbe Enttäuschung.

Andere Häuser haben dagegen zumindest in Teilen den Rückzug angetreten, um ihre Kapitaldecke zu schonen. Das wird auch bei der Deutschen Bank erwartet, wo der neue Vorstandschef John Cryan derzeit mit dem Rotstift durch die Bilanz geht und Details der neuen „Strategie 2020“ am 29. Oktober vorstellen will. Schon jetzt steht fest, dass der hiesige Branchenprimus im abgelaufenen Quartal einen Verlust von sechs Milliarden Euro angehäuft hat, weil abermals Aufräumarbeiten und Rechtsstreitigkeiten zu Buche schlugen.

Die Citigroup, die in der Finanzkrise gerettet werden musste, kann die Vergangenheit dagegen langsam hinter sich lassen. Vorstandschef Michael Corbat ist dabei, die Bestände der konzerninternen „Bad Bank“ weiter herunterzufahren. Im Ausland wurde das Geschäft gestrafft, insbesondere im Privatkundenbereich. Im verbleibenden Kerngeschäft tritt Corbat auf die Kostenbremse. Damit konnte der Rückgang im Anleihehandel – hier gab es ein Minus von 16 Prozent auf 2,58 Milliarden Dollar – ein Stück weit abgefedert werden. „Trotz des Gegenwinds bei den Einnahmen haben wir abermals gezeigt, dass wir Risiken, Kosten und Kapital gut im Griff haben“, so der Citi-Chef. Vor einem Jahr hatte noch eine Sonderbelastung über zwei Milliarden Dollar wegen juristischer Auseinandersetzungen und Umstrukturierungen die Bilanz verhagelt.

An der Wall Street kamen die jüngsten Quartalszahlen gemischt an: Die Goldman-Aktie verlor im frühen Handel 1,4 Prozent, Citi legte dagegen um zwei Prozent zu.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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