Goldman Sachs
Warten auf den goldenen Anruf

Bei der US-Großbank Goldman Sachs werden neue Partner berufen. Wer schafft es in den exklusiven Kreis? Eine Beförderung verspricht neben dem Prestige vor allem Geld – aber nur, wenn das Telefon klingelt.
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Einige Spitzenbanker der US-Großbank Goldman Sachs dürften heute aufgeregt vor ihren Telefonen sitzen. Denn am heutigen Mittwoch entscheiden die Goldmänner, wer in den exklusiven Kreis der Partner aufgenommen wird. Es ist das Finale eines geheimen Auswahlprozesses, der alle zwei Jahre stattfindet. 2012 wurden 70 neue Partner ernannt, so wenige wie seit 14 Jahren nicht mehr.

Bereits im Sommer beginnen die aktuellen Partner darum damit, mögliche Kandidaten zu sichten. Welche Banker zu den potentiellen Partnern zählen, hält Goldman geheim. Doch hinter den Kulissen diskutieren die Partner über Monate, wer für den Job in Frage kommt. Zu ihren Reihen gehören auch der kürzlich abgetretene Deutschland-Chef von Goldman Alexander Dibelius, sowie seine Nachfolger Wolfang Fink und Jörg Kukies. Nun dürfen neue deutsche Spitzenbanker auf eine Beförderung in den exklusiven Kreis hoffen.

Denn die Bank hatte zuletzt einige hochkarätige Abgänge zu verkraften. Der Vize-Chef der Investmentbank Marcus Schenck wechselt Anfang 2015 als Finanzchef zur Deutschen Bank. Zum Jahresende tritt auch Investmentbanker Christoph Brand als Partner zurück.

Dorothee Blessing, Gattin von Commerzbank-Chef Martin Blessing, verließ das Unternehmen bereits im Februar 2013 und wechselte im Juli diesen Jahres zum Konkurrenten JP Morgan Chase. Aktienchef Philip Holzer, der Vize von Dibelius, verließ die Bank im März und wird als neue starker Mann beim Fußballclub Eintracht Frankfurt gehandelt, in dessen Aufsichtsrat der Spitzenbanker auch sitzt. Die Posten der scheidenden Partner müssen jetzt neue besetzt werden.

Ein potentieller Goldman-Partner muss vor allem die Werte der Bank verkörpern – und bereits exzellente Ergebnisse in seiner bisherigen Arbeit vorweisen. Und wenn heute die Spitzenbanker vor ihren Telefonen auf den goldenen Anruf von Bankchef Lloyd Blankfein warten, klingelt es zuerst in Asien. Die dortigen Partner werden schon um 5 Uhr morgens amerikanischer Zeit angerufen. Bis 9 Uhr (also 15 Uhr MESZ) sind die Anrufe gemacht. Doch bis zum Nachmittag darf niemand gratulieren – erst dann wird die Liste der neuen Partner in der ganzen Firma verbreitet.

Mit der Beförderung steigen aber auch die Anforderungen: Man darf bei den Treffen der Partner teilnehmen, in den Komitees der Bank sitzen und neue Goldmänner an den Universitäten anwerben. Wer leer ausgeht, wird ebenfalls informiert, dass er zum Kreis der Kandidaten gehörte, dürfte aber trotzdem enttäuscht sein. Denn wer in den exklusiven Club der Goldman-Partner aufgenommen wird, bekommt damit so etwas wie die Lizenz zum Gelddrucken.

Wie hoch die Bezahlung der Partner ausfallen wird, verrät Goldman zwar erst im Jahr 2015 – denn dann muss berichtet werden. Doch neben dem Gehalt werden die 400 Partner auch aus einem prall gefüllten Bonustopf entlohnt. Hinzu kommen exklusive Investmentmöglichkeiten, die nur einem Goldman-Partner offenstehen.

Kommentare zu " Goldman Sachs: Warten auf den goldenen Anruf"

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  • Privatbanken wie "Goldman Sachs" haben das GELDMONOPOL und schaffen Geld per Kredit ( was viele nicht wissen ) aus dem NICHTS und verschulden bzw. versklaven damit die ganze Menschheit!

    Geld entsteht nur über Kredit!

    Geld = Schuld

    Bsp. Sie gehen zu einem Bankster und bekommen einen Kredit über 1000 Euro/Dollar.
    Somit wurden eben 1000 Euro/Dollar aus dem NICHTS geschaffen. ( -1% Mindestreserve )

    Jeder Euro/Dollar der im Umlauf ist, wurde den Staaten, Unternehmen und Menschen nur geliehen, und muss +Zinsen an die int. Bankster zurückgezahlt werden!

    Das GELDMONOPOL der int. Bankster, erzeugt die sozialen Probleme und wirtschaftlichen Krisen, die der Staat bzw. Marionettenregierung vorgibt, zu lösen.

    Die Konzentration auf dieses Thema hat aber auch weitreichende "Nebenwirkungen".
    Wenn der Bürger erfährt, dass er bezüglich so eines wichtigen Themas wie das Geldsystem jahrzehntelang belogen wurde, wird er auch andere Verlautbarungen des Staates und der staatlichen Bildungseinrichtungen hinterfragen.

    Warum erfahren wir in den gleichgeschalteten Konzernmedien nichts über das Geldmonopol bzw. Schuldgeldsystem der int. Bankster?

    Da sollte man sich mal die Frage stellen, wem gehören eigentlich die Medien?


    (...)

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