Gotti Tedeschi
Papst-Banker fürchtet um sein Leben

Die Polizei findet bei einer Durchsuchung des Ex-Präsidenten der Vatikanbank ein brisantes Schreiben an den Papst. Darin beschreibt der Ex-Santander-Banker die Missstände in dem Institut - und fürchtet um sein Leben.
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MailandGeheime Konten und Angst um sein Leben. Die Affäre um die Entlassung des Ior-Präsidenten Ettore Gotti Tedeschi wird immer mysteriöser. Bei einer Hausdurchsuchung von Gotti Tedeschi im Zusammenhang mit einem völlig anderen Bestechungsskandal des Rüstungskonzern Finmeccanica ist die Polizei auf brisante Dokumente gestoßen.

Wie italienische Medien berichten, hat Tedeschi seitenlange Schreiben an den Papst vorbereitet, in dem der ehemalige Santander-Banker die Missstände in dem Finanzinstitut des Vatikans beschreibt. Danach sollen sowohl Politiker als auch streitbare Vermittler und Strohmänner der organisierten Kriminalität chiffrierte Konten bei dem Institut für Religiöse Werke haben, wie das Ior (Istituto delle Opere Religiose ) übersetzt heißt.

Nach eigenen Aussagen soll Gotti Tedeschi um sein Leben fürchten. Eine Kopie des Schreibens sollte im Fall seines Todes auch an einen befreundeten Journalisten gehen. Nach der Darstellung des entlassenen IOR-Präsidenten sollen seine Probleme beim IOR begonnen haben, als er Fragen nach den Namen hinter den Nummernkonten stellte.

Gotti Tedeschi musste seinen Posten im Mai überraschend räumen. Die offizielle Begründung war, dass er „verschiedene Verpflichtungen von höchster Bedeutung nicht erfüllt hat“. Er war im Herbst 2009 vom Papst Benedetto XVI und dem Außenminister des Vatikans, dem Staatssekretär Tarcisio Kardinal Bertone persönlich berufen worden, um das Geheimnis umwitterte Institut transparenter zu gestalten. Damit sollte der Opus-Dei nahe Ökonom dafür sorgen, dass es bei der OECD auf die „White List“ jener Länder kommt, die den Anforderungen zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismus entsprechen.

Das war bisher nicht möglich für das IOR, das über ein Kapital von geschätzten sechs Milliarden Euro verfügt, aber weder einen Bankstatus hat, noch seine Bilanzen veröffentlicht. Außerdem war das Ior in der Vergangenheit in schwere Skandale verwickelt: Papst Johannes Paul I, der 1978 im Ior aufräumen wollte, überlebte nur 33 Tage in seinem Amt. Der Bankier Roberto Calvi von der Ior-nahen Banco Ambrosiano endete vier Jahre später erhängt unter einer Brücke.

In einem seltenen Interview mit dem Corriere della Sera vom Sonntag weist der Generaldirektor des Ior, Paolo Cipriani, den Gotti Tedeschi als einen seiner ärgsten Feinde beschrieben hat, die Vorwürfe zurück. „Wir haben keine Nummerkonten“, sagt Cipriani. 

Gotti Tedeschi hatte Anfang 2011 neue Regeln durchgesetzt und eine eigene Aufsicht - die Autorität für Finanzinformationen (AIF) – geschaffen, die das Ior und weitere Finanz-Institutionen des Vatikans kontrollieren soll. Doch diese neuen Regeln wurden im Januar dieses Jahres gegen den Willen Gotti Tedeschis aufgeweicht, was ein großer Streitpunkt zwischen dem externen Banker und dem Vatikan gewesen war.

Katharina Kort
Katharina Kort
Handelsblatt / Korrespondentin

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  • Glauben Sie etwa daran, dass beim "neuen" ESM, bei dem vom größten bis zum kleinsten Mitarbeiter alle vorn herein straffrei gestellt werden und bei dem unsere Abgeordneten auf jedwede Kontrollrechte verzichtet haben, anders wird.

    Dass man dies so klar in einen Vertrag hinein schreibt, dass hätte ich nicht für möglich gehalten. Dass die deutschen Parlamentarier dem auch noch zustimmen, das ist für mich unglaublich und beschreibt die dort vertretene Gruppe.

    Es muss also nicht immer der unfehlbare Papst sein, über den man sich aufregen kann. Die Abgeordneten haben wir "selbstverschuldet".

  • Ich glaube ihm.. die Angst hätte ich auch.
    http://gralsmacht.com/
    > pdf`s sind besser als jeder Krimi..
    Es gibt Verbrechen, die waren unglaublich für mich

  • Ich möchte nicht in seiner Haut stecken!
    Bei diesen dunklen Machenschaften kapituliert selbst der Pabst!
    Hier kann nur extern mit äußerster Vorsicht, den mafiösen Strukturen durch brutale Zerschlagung, Einhalt geboten werden!

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