Grauzone der Finanzwirtschaft
„Wer da was genau im Schatten macht“

Weltweit wächst die Angst, dass verborgene Gefahren das weltweite Finanzsystem erneut aus dem Gleichgewicht bringen könnten. Was sich hinter den Schattenbanken verbirgt.
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London/DüsseldorfDer Chef der britischen Financial Service Authority (FSA), Adair Turner, hat vergangene Woche in einer aufsehenerregenden Rede eine strikte Überwachung sogenannter Schattenbanken gefordert. Zu der gefürchteten Spezies zählen Finanzinstitutionen, die zwar ähnliche Funktionen wie ein Kreditinstitut erfüllen, aber bei weitem nicht so streng reguliert sind. Als Schattenbanken, die abseits des offiziellen Finanzsystems Kredit schaffen können, gelten beispielsweise Geldmarktfonds, börsengehandelte Indexfonds, Hedge-Fonds, Private-Equity-Firmen, aber auch Zweckgesellschaften, mit denen Banken Risikogeschäfte aus ihrer Bilanz auslagern, und Versicherer.

Denn im Zuge der scharfen Bankenregulierung hat die Politik auf eine gravierende Nebenwirkung nicht ausreichend geachtet: Je stärker sie den Bankensektor zähmte, desto mehr Geld floss zu den Schattenbanken. In den USA entsprechen deren Verbindlichkeiten etwa der gesamten Staatsverschuldung und übersteigen die des traditionellen Bankensektors.

Schattenbanken verleihen zwar wie Banken Geld oder handeln mit Wertpapieren, haben aber keine Banklizenz und sind weit weniger reguliert. Vor der Krise 2008 waren sie dramatisch gewachsen: Mit 20 Billionen Dollar war ihr Kreditvolumen doppelt so hoch wie das der klassischen Banken.

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