Great Barrier Reef
Australische Umweltschützer loben Deutsche Bank

In Australien loben Umweltschützer die Deutsche Bank: Das Institut investiert nicht in den Kohlehafen am Great Barrier Reef. Weitere Investoren, die noch bereit seien zu investieren, „sterben derzeit wie die Fliegen“.
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Umweltschützer in Australien loben die Deutsche Bank für ihre Entscheidung, den Ausbau eines Kohlehafens in der Nähe des Great Barrier Reefs nicht mehr mit zu finanzieren. Felicity Wishart von der australischen Meeresschutz-Gesellschaft sagte, die Entscheidung zeige das wachsende Unbehagen, mit dem „Niedergang eines der kostbarsten Naturwunders der Welt“ in Zusammenhang gebracht zu werden. Die Investoren, die noch bereit seien, Geld in den Kohlehafen Abbot Point zu stecken, „sterben wie die Fliegen“.

Die Deutsche Bank hatte am Freitag während ihrer Hauptversammlung erklärt, sie werde nicht mehr in Abbot Point investieren. Als Grund führte sie an, dass es keinen Konsens zwischen der australischen Regierung und der Unesco bezüglich des Ausbaus gebe. Die Richtlinien der Bank verlangten aber „mindestens einen solchen Konsens“. Am Samstag folgte laut der Meeresschutz-Gesellschaft die internationale Großbank HSBC dem Beispiel der Deutschen Bank. Zuvor hatten sich bereits die großen Bergbaukonzerne Rio Tinto und BHP und die Finanziers Lend Lease und Anglo American aus dem Projekt zurückgezogen.

Der Ausbau des Kohlehafens Abbot Point war im Dezember von der australischen Regierung genehmigt worden. Drei Millionen Kubikmeter Sand müssten dafür in den Gewässern nahe des Korallenriffs vor der australischen Ostküste ausgebaggert werden. Umweltschützer sehen das Riff in Gefahr.

Für die Regierung ist der Ausbau des Hafens entscheidend für die Erschließung eines riesigen Kohlevorkommens im Galilee-Becken im Bundesstaat Queensland. Die Umweltschützer kämpfen auch dafür, dass diese Kohle unter der Erde bleibt und nicht verbrannt wird.

Das Great Barrier Reef bedeckt eine Fläche von mehr als 300.000 Quadratkilometern. Es ist ein herausragendes Touristenziel, aber durch den Klimawandel und Umweltverschmutzung stark bedroht. In den vergangenen 30 Jahren verlor es Wissenschaftlern zufolge mehr als die Hälfte seiner Korallen. Das Unesco-Welterbekomitee berät im Juni über eine Einstufung des Riffs als bedrohtes Welt-Naturerbe.

Die Deutsche Bank war laut der Umweltschutzorganisation WWF an der ersten Finanzierungsrunde für das Hafenprojekt über Bankdienstleistungen beteiligt. Eine Beteiligung an der geplanten zweiten Ausbauphase lehnte sie nun ab.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • Die Hauptversammlung der Deutschen Bank AG war am Donnerstag, 22.05.14 .

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