Great Barrier Reef
Die Deutsche Bank und das große Riff

Beim heutigen Aktionärstreffen der Deutschen Bank wird es nicht nur um nackte Zahlen und den Scheich-Einstieg gehen. Das Unternehmen überlegt, ein Projekt zu finanzieren, das ein einzigartiges Ökosystem zerstören könnte.
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Bowen„Nemo“ tanzt. Der orange Clownfisch mit den weißen Streifen lässt sich von den Luftblasen der Taucher nicht beirren. Elegant umschweift er die scharfen Korallen, schwebt im Takt mit der Strömung. Ein Taucher fotografiert den Hauptdarsteller des gleichnamigen Hollywoodfilms. „Eine Erinnerung, die ich nie vergessen werde“, wird der Amerikaner später beim Durchblättern seiner Digitalbilder sagen, mit Tränen in den Augen. Jahre habe er auf diesen Moment gewartet, und tausende von Dollar bezahlt, um nach Australien zu reisen und das Great Barrier Reef zu bestaunen.

2300 Kilometer lang, 350.000 Quadratkilometer Fläche, 2900 individuelle Riffe, 900 Inseln - das „Great Barrier Reef“ steht seit 1981 auf der Welterbeliste der Unesco. Es ist eine der Muss-Attraktionen im Besuchsprogramm fast aller Australientouristen. Das Riff ist ein Ökosystem von einzigartiger Vielfalt: 400 verschiedene Korallenarten leben hier, 1500 Fisch- und 4000 Muschelarten, eine Vielzahl von Meeresschildkröten, 240 verschiedene Vögel. Über zwei Millionen Reisende aus aller Welt besuchen im Jahr das Riff, unter ihnen viele Deutsche. Ein Milliardengeschäft: Zehntausende Australierinnen und Australier leben direkt und indirekt von Rifftourismus – Reiseveranstalter, Meeresbiologen, Hoteliers, Fastfood-Verkäufer, Putzfrauen, Matrosen.

Verwirklicht der indische Industrielle Gautam Adani seine Pläne, könnte die Beschaulichkeit bald ein Ende haben – und mit ihr das lukrative Touristengeschäft. Umweltverbände fürchten, der geplante Ausbau des Kohleverladehafens Abbot Point nördlich der Stadt Bowen durch die Adani Group werde dem Weltnaturerbe den Todesstoß versetzen – und das möglicherweise sogar mit Hilfe der Deutschen Bank. Organisationen in Europa und Australien haben eine Öffentlichkeitskampagne gegen die Bank gestartet. In Deutschland rufen die Nichtregierungsorganisationen Campact und der WWF: „Hände weg vom Great Barrier Reef“.

Auch in Australien machen die Umweltschützer mobil. „Stop Deutsche Bank!“ fordert die mächtige Aktivistenorganisation „GetUp!“ ihre mehreren hunderttausend Mitglieder auf, Druck auf den Aufsichtsrat zu machen, das Projekt nicht zu unterstützen. „Wenn die Deutsche Bank sich dagegen entscheidet, ist die Chance groß, dass andere Investoren folgen“, so ein Sprecher. Adani braucht Kredite in Milliardenhöhe, um den Ausbau finanzieren zu können.

Kommentare zu " Great Barrier Reef: Die Deutsche Bank und das große Riff"

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  • Die Deutsche Bank ist eine Schande für Deutschland.

    Und auf das, was hier gut ist, die Sparkassen, geht die Wettbewerbskommission der EU los.

    Verkehrte Welt.

  • Hier meine Antwort auf Ihre Frage in der Filmkritik zu "Zeit der Kannibalen" (heute auf HBO zu lesen):
    "Geht die Welt an Profitmache zugrunde?".
    Ja. Sieht ganz so aus.
    Es leben halt immer noch viel zu Viele nach der Devise "nach mir die Sintflut".
    Hauptsache, immer mehr Geld. Wofür auch immer.

  • @deutschebankag: Ich glaube Ihnen kein Wort! Und ich erlaube mir auch zu erläutern, warum.

    1. Sollte die Deutsche Bank sich nicht an diesem Projekt beteiligen, dann wird es ein anderer tun und ein lukratives Geschäft wäre ihr entgangen.

    2. Wenn die Deutsche Bank an diesem Projekt partizipiert, dann riskiert sie zwar negative PR, aber von der hat sie derzeit mehr als genug und trotzdem existiert der Laden immer noch.

    3. Die Regierung Australiens und die Kohleindustrie sind mittlerweile so stark miteinander verzweigt, dass Adani sogar die Bewilligung beider Ebenen der Regierung hat, obgleich der vielen Warnungen der Experten. Schließlich hat sogar Greg Hunt und auch noch die GBRMPA ihre Meinung überraschend geändert und den Weg freigemacht. Wollen Sie mir tatsächlich klarmachen, dass das alles mit rechten Dingen zugegangen ist? Niemals.

    4. Folglich der Entwicklungen in den oberen 3 Punkten, wird sich die UNESCO früher oder später beugen und die Deutsche Bank hat sich dann nach allen Seiten abgesichert und hält ihren Durchfahrtsschein winkend in der Hand.

    Das ist unsere schöne Welt und unser schönes Wirtschaftssystem, welches wir allen Völkern aufzwingen.

    Der Mensch ist tatsächlich das einzige Lebewesen auf diesem Planeten, welches sich selbst und seine Umwelt vernichtet. Das schafft sonst niemand.

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