Griechen-Bonds
Commerzbank vor weiteren Abschreibungen

In der Euro-Krise muss die Commerzbank wohl weitere 750 Millionen Euro abschreiben. Das milliardenschweres Griechenland-Engagement wird auch im dritten Quartal teuer.
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FrankfurtDie Commerzbank wird ihr milliardenschweres Griechenland-Engagement auch im dritten Quartal teuer zu stehen kommen. Die Abschreibungen auf Hellas-Bonds dürften sich noch einmal auf mindestens 750 Millionen Euro belaufen, sagten mehrere mit der Sache vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch. Im zweiten Quartal hatte Deutschlands zweitgrößtes Geldhaus seine griechischen Staatsanleihen um 760 Millionen Euro wertberichtigt. Das war etwas mehr als der 21-prozentigen Forderungsverzicht, den die Politik den privaten Gläubigern im Juli abgerungen hatte. Inzwischen zeichnet sich aber ab, dass der Schuldenschnitt für das Land bei 50 Prozent liegen wird. 

Daher liege es nahe, dass die Commerzbank auf ihre Hellas-Bonds nun noch einmal 25 Prozent abschreibe, sagten die Insider. Nach Schätzungen von DZ-Bank-Analyst Matthias Dürr würde das die Bank abermals in die roten Zahlen drücken. Er geht von einem Vorsteuerverlust von gut 400 Millionen Euro für das dritte Quartal aus. Die Commerzbank wollte sich dazu nicht äußern. Die Zahlen sollen am 4. November veröffentlicht werden. 

Weitere Wertberichtigungen hatten sich bereits in einem Interview von Commerzbank-Chef Martin Blessing abgezeichnet. Er hatte in der „Bild“-Zeitung offen eine Pleite Griechenlands ins Gespräch gebracht. In dem Fall würden die Geldhäuser noch mehr Geld verlieren. Die Commerzbank zählt zu den größten Gläubigern Griechenlands. Zuletzt standen die Bonds, die überwiegend bei der kriselnden Immobilien- und Staatsfinanzierungstochter Eurohypo liegen, noch mit 2,2 Milliarden Euro in den Büchern des Konzerns.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Griechen-Bonds: Commerzbank vor weiteren Abschreibungen"

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  • Wann schreibt man eigentlich "Blessing" ab?

  • Nicht vergessen, an jeder Abschreibung zahlt der Steuerzaheler ohnehin ca. 50% mit, weil Kapitalertragssteuer, Gewerbesteuer, Mwst. gekuerzt wird!
    Jammern auf hoechstem Niveau!
    Auch eine Meldung, die so einem Wirtschaftsblatt nicht ansteht!

  • Ich gehe mal davon aus dass die Commerzbank die Selbigen schon gegen Ausfall versichert hat. Andererseits sehe ich nicht wie die Politik die Privatbanken dazu nötigen kann diese Wertberichtigungen vor zu nehmen.

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