Griechenland
ATE-Bank wird in zwei Teile zerschlagen

Die griechische Landwirtschaftsbank ATE wird in zwei Teile zerschlagen. Der gesunde Teil geht an die Piräus-Bank, während für den anderen Teil eine „rechtliche Lösung“ gefunden werden soll.
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Athen/LissabonDie stark defizitäre griechische Landwirtschaftsbank ATE wird in zwei Teile zerschlagen. Der gesunde Teil werde von der Piräus-Bank übernommen, teilte die Zentralbank in Athen am Freitag mit. Damit sollten die Spareinlagen in der Bank gerettet und die „finanzielle Stabilität im Allgemeinen" gewahrt werden. Der ATE-Bank sei die Lizenz entzogen worden. Für den anderen Teil der Bank, vor allem Hypotheken auf Agrarland, werde eine „rechtliche Lösung" gefunden.

Die 1929 gegründete, vor allem im Agrarbereich tätige ATE-Bank gehört zu knapp 90 Prozent dem griechischen Staat. In den Jahren 2010 und 2011 fiel sie zweimal durch europaweite Bankenstresstests. Sie hat hoch defizitäre Tochterunternehmen etwa in der Zucker- und Tabakbranche. Landesweit betreibt sie rund 500 Filialen.

Die Filialen, die nicht von der Piräus-Bank übernommen werden, sollten vom griechischen Staat weitergeführt werden, erklärte die Zentralbank. Die Piräus-Bank erklärte, keine ATE-Angestellte entlassen und die übernommenen Filialen unter dem bisherigen Namen weiterlaufen lassen zu wollen.

Die Zerschlagung der ATE-Bank ist Teil der Restrukturierung des griechischen Bankensektors, die vom griechischen Stabilitätsfonds und den europäischen Gebern vorangetrieben wird, die sich an einer Rekapitalisierung griechischer Banken beteiligt hatten.

Die portugiesische Bank Millennium BCP gab unterdessen für die ersten sechs Monate des Jahres einen Verlust von 544 Millionen Euro bekannt. Der Großteil davon - 502 Millionen Euro - gehe auf Verluste bei „Geschäften in Griechenland" zurück, erklärte die Bank am Freitag.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Griechenland: ATE-Bank wird in zwei Teile zerschlagen"

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  • Was soll das denn für eine Erneuerung sein? Alle Angestellte bleiben, alle 500 (!!!) Filialen bleiben und auf meinen Bankautomaten wird sicher einfach nur ein neues Schild aufgepappt. Reform auf griechisch!

  • Piräus Bank? Das ist doch wieder griechischer Schmu; vgl. den Reuters-Bericht
    http://www.reuters.com/article/2012/07/16/us-greece-banks-idUSBRE86F0CL20120716
    über die Machenschaften der Bankeigentümer!

  • weiter Info's und Hintergründe

    http://fortunanetz-forum.xobor.de/t2f2-Austritt-Griechenlands-aus-dem-Euro-12.html#msg916

    http://www.fortunanetz.de/kbeobacht/2008/krise2008.php
    (zum Eintrag am 15.Jan. scrollen)

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