Griechenland-Belastungen
Zukunft der Dexia-Bank ungewiss

Die Turbulenzen bei der stark in Griechenland engagierten Bank Dexia nehmen zu: Am Markt machen Befürchtungen um eine ausreichende Kapitalaustattung des Geldhauses die Runde. Der Verwaltungsrat ist alarmiert.
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Brüssel Ein Einbruch der Aktie an der Brüsseler Börse heizte am Montag die Spekulationen über die Zukunft der Dexia wieder an. Die Nachrichtenagentur Belga berichtete am Abend über bisher unbestätigte Gerüchte, wonach eine „Bad Bank“ mit Risikopapieren geschaffen werden könnte. Eine Bestätigung dafür gab es aber auch nach einem Krisentreffen des Verwaltungsrats der belgisch-französischen Finanzgruppe am Diestagmorgen nicht.

Der Verwaltungsrat, der in der Nacht zum Dienstag zu einer Krisensitzung zusammengekommen war, traf keine Entscheidungen, berichtete die Nachrichtenagentur Belga. Der Verwaltungsrat der Bank forderte Vorstandschef Pierre Mariani auf, Maßnahmen vorzubereiten, um strukturelle Probleme des Unternehmens zu lösen.

Die Börse reagierte umgehend: Die Dexia-Aktie fiel zum Handelsstart um zwischenzeitlich 25 Prozent.

Das Institut gelobte, seine Bilanz zu säubern. Konzernchef Pierre Mariani sei damit beauftragt worden, Schritte zu unternehmen, um die strukturellen Probleme zu beseitigen, die die Geschäfte der Bank beeinträchtigten, erklärte Dexia weiter. Eine mit der Situation vertraute Person sagte der Nachrichtenagentur Reuters. Die Anteilseigner wollten eine Kapitalerhöhung vermeiden. Der Konzern werde jedoch voraussichtlich einen Teil seiner französischen Sparte für kommunale Kredite Credit Local verkaufen.

Die Aktie hatte zuvor am Montag mehr als zehn Prozent nachgegeben, nachdem die Ratingagentur Moody's mit einer Herabstufung der drei wichtigsten operativen Einheiten von Dexia gedroht und Zweifel an der Fähigkeit des Instituts geäußert hatte, sich frisches Geld zu besorgen. Gleichzeitig wuchsen durch die neuen Rückschläge auf Griechenlands Sparkurs die Befürchtungen, dass Dexia seine Kapitaldecke aufstocken muss. Auf die staatlichen Dexia-Eigner erhöhte sich der Druck, dem Institut mit neuen Kapitalspritzen unter die Arme zu greifen.

Die Finanzminister Belgiens und Luxemburgs bemühten sich, die Wogen zu glätten. Der belgische Finanzminister Didier Reynders sagte, die Regierungen Frankreichs und Belgiens stünden hinter ihren Banken - egal, ob es um Dexia oder andere Institute gehe. Falls nötig werde man eingreifen. „Um die Banken und beispielsweise die französischen und belgischen Sparer zu schützen, muss als erstes Griechenland geholfen werden“, sagte Reynders im Vorfeld des Euro-Gruppen-Treffens zum Rettungsschirm EFSF und der Lage in Griechenland am Montag. Luxemburgs Finanzminister Luc Frieden sagte mit Blick auf Dexia, es gebe keinen Grund für besondere Sorge. „Wir verfolgen die Situation genau“, betonte er.

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„Dexia ist ein extrem komplizierter Fall“

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  • Hoffentlich wird noch mehr Druck aufgebaut. Banken wie dei Deixa sind Wackelkandidaten, sie haben sich verzocken mit griechischen Staatspapieren und geraten zu Recht unter Druck.

    Leute wie Sarkozy, Trichet, Lagarde (Frankreich), Herr Romuy (Belgien) und Juncker (Luxembug) versuchen doch ständig die Verantwortung für solche Zockerbanken auf Resteuropa abzuschieben. Eigentlich sind die Ratingagenturen wieder zu spät, die hätten das viel früher machen müssen.

    Diese Institute und weitere müssen verstaatlicht werden, fertig aus!!! Das wird Umstrukturierungen zur Folge haben und einhergehend einen gravierenden Machtverlust. Aber so ist es eben in der Marktwirtschaft.

    Wenn diese Wackelbanken verstaatlicht sind, dann kehrt wieder Ruhe ein in die Märkte. Denn dann weiss man, dass die verbleibenden Banken festen Boden unter den Füssen haben. Als eine Folge wird sich der Anleihemarkt (Italien, Spanien) beruhigen.

  • Warum ungewiss? Der franz. und belg. Finanzminister haben gestern explizit erklaert Frankreich und Belgien wuerde die Dexia stuetzen - ohne wenn und aber?

    Und somit sollte der medial aufgebaute Druck abgebaut sein! Und Bankrott-USA kann es einfach nicht lassen ueber Moodys, S&P zu schueren um abzulenken.

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