Griechenland-Krise
Deutsche Großbanken sehen sich für Hellas-Kollaps vorbereitet

Die deutschen Banken sehen sich für einen Kollaps des griechischen Finanzsystems gewappnet. Viele haben spezielle Arbeitsgruppen für eine Staats- oder eine Bankenpleite eingerichtet. Auch um Missgeschicke zu vermeiden.
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FrankfurtDie deutschen Großbanken sehen sich für einen drohenden Kollaps des griechischen Finanzsystems gewappnet. „Wir sind sehr gut vorbereitet, weil wir uns seit langem auf eine solche Situation eingestellt haben“, sagte ein Sprecher der Commerzbank am Sonntagabend. Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras hatte angekündigt, dass die Banken und Börsen des Landes am Montag geschlossen bleiben sollten, nachdem die Verhandlungen über die griechischen Staatsfinanzen gescheitert waren.

Auch die Deutsche Bank sieht sich gerüstet: „Die Deutsche Bank hat ausreichende Sicherheitsmechanismen, um ihre Geschäftsaktivitäten sowie Kundenservices zu gewährleisten“, teilte Deutschlands größtes Geldhaus mit. Ein Sprecher der genossenschaftlichen DZ Bank, des Zentralinstituts der Volks- und Raiffeisenbanken, äußerte sich ähnlich.

Die meisten Großbanken haben spezielle Arbeitsgruppen für eine Staats- oder eine Bankenpleite eingerichtet, die schnell Konsequenzen ziehen können. Dabei geht es unter anderem darum, automatische Überweisungen nach Griechenland zu stoppen oder zumindest vor der Ausführung nochmals zu kontrollieren. Sie wollen damit ein Missgeschick vermeiden, wie es der staatlichen Förderbank KfW in der Finanzkrise 2008 passiert war. Sie hatte damals 300 Millionen Euro an die US-Investmentbank Lehman Brothers überwiesen, nachdem diese zusammengebrochen war, und war dafür in Medien als “dümmste Bank Deutschlands“ tituliert worden.

Auch bei der KfW ist man nun aufmerksamer: „Im Allgemeinen gilt, dass die KfW über geeignete Krisenpläne für Banken- und Staatspleiten verfügt“, sagte ein Sprecher. Die Staatsbank ist noch mit rund 900 Millionen Euro in Griechenland engagiert. Die Hälfte davon entfällt auf Schiffsfinanzierungen, die andere Hälfte auf Kredite für Energie- und Infrastruktur-Projekte, die aber erst zu einem Bruchteil ausgezahlt sind. Über die KfW war auch die Hilfe des Bundes im Zuge des zweiten Griechenland-Rettungspaketes ausgezahlt worden: 15,2 Milliarden Euro. Der Betrag ist nach früheren Angaben komplett durch eine Staatsgarantie gesichert. Die meisten Geschäftsbanken haben ihr Engagement in Griechenland drastisch zurückgefahren.

Zahlreiche Banken haben den Ernstfall einer Staats- oder Bankenpleite bereits in Trockenübungen durchgespielt, wie es in Finanzkreisen heißt. „Wir haben ein genaues Drehbuch für diese Situation, sagte ein führender Risikomanager einer deutschen Großbank zu Reuters. „An den vergangenen Wochenenden gab es immer wieder Telefonkonferenzen zum Thema Griechenland“, sagte ein anderer Banker. „Ich gehe davon aus, dass das auf absehbarer Zeit so bleiben wird.“

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Griechenland-Krise: Deutsche Großbanken sehen sich für Hellas-Kollaps vorbereitet"

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  • Oh mein Gott. Sie sind wohl der einfältigste Haufen Mensch der hier kommentieren darf. Weiter so. Es ist beruhigend zu wissen, dass solche Leute mal diese Sachen ihren Kindern beibringen werden.

  • Wissen wir eigentlich, wie viel Geld der griechische Staat von den Europa-Milliarden noch heimlich besitzt? Es war und ist für die Griechen doch immer viel verlockender gewesen, sich bei ihren Nachbarn neues Geld zu leihen, als eigenes Geld zu verbrauchen. Besonders, wenn man sowieso nie vorhatte das geliehene Geld zurückzuzahlen. (Rechtlicher Hinweis: Dies soll keine Anleitung für eventuelle Nachahmer in ähnlich strukturierten Nachbarländern sein.

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