Griechenland-Krise
Raiffeisen-Chef Stepic fordert Schuldenschnitt

Griechenland wird um den harten Schuldenschnitt nicht mehr herumkommen. Auch ein freiwilliger Schuldenverzicht der Gläubiger ist aus der Sicht von Raiffeisen-Chef Herbert Stepic nicht mehr genug.
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Wien„Ein Haircut von rund 50 Prozent könnte den Griechen den Spielraum geben, um Reformen umzusetzen, ohne sich zu Grunde sparen zu müssen“, sagte Herbert Stepic, Vorstandschef der Raiffeisen Bank International (RBI), in Wien im Gespräch mit dem Handelsblatt (Dienstagsausgabe).

Ein Schuldenerlass wäre gelebte europäische Solidarität, die anderen Euro-Länder müssten jetzt helfen. „Mitgefangen, mitgehangen kann ich dazu nur sagen“, betonte der Raiffeisen-Chef aus Österreich. Zugleich müsste der Euro-Rettungsfonds EFSF so stark mit Finanzkraft ausgestattet sein, „dass man innerhalb der Euro-Zone für den anderen einsteht“. Würde der EFSF künftig für Staatsanleihen garantieren, wäre auch den Banken geholfen. Sie hätten dann wieder ausreichend Sicherheit beim Kauf von Staatspapieren. Trotzdem erwartet der Wiener Banker Änderungen für Staaten mit hohen Schulden. Stepic rechnet damit, dass diese Länder nicht mehr so leicht Geld von den Banken bekommen werden oder als Ausgleich höhere Zinsen zahlen müssen, was das Wirtschaftswachstum reduziere.

Ungarn ist für die stark in Osteuropa engagierte Raiffeisen Bank International der größte Problemfall. Die Situation in Ungarn sei durchaus mit der Lage in Griechenland vergleichbar. „Die Ungarn haben über Jahre über ihre Verhältnisse gelebt, deshalb ist dieses Land in einer schwierigen Lage“, hob Stepic hervor.

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie

Kommentare zu " Griechenland-Krise: Raiffeisen-Chef Stepic fordert Schuldenschnitt"

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  • Absolut korrekt! Man sieht`s ja am ATX!-2.schlechteste
    Börse nach Griechenland.-Ich glaube,wenn die Entscheidung
    für einen hohen Hebel des Rettungsschirms kommt,könnte
    die Bonität abgestuft werden.Dann knisterts aber im Gebälk!
    Die Facetten der Schuldenkrise werden ja immer komplexer,
    ich glaub,ich trink jetzt noch a Achterl von der Reblaus!LG

  • Griechenland gilt als ein Balkan-Dominostein, sollte Rest-Südosteuropa ebenfalls Luftnot bekommen, und danach schaut`s aus, zieht der Bundeskanzler die Flagge ein und kapituliert. Oesterreich muss dann unter den 3 Billionen umfassenden " EU-Endsiegrettungsschirm" schlüpfen.. Die derzeitge Lage ist als sehr gravierend einzutufen. Die ganze Geschichte Fremwaehrungsanleihen und Finanzierung kommt erschwerend hinzu. Hebt die Schoepperl und geniesst die Ruhe vor dem Sturm.

  • Also,die Meinung von "lensoes" teile ich!-da wurde für
    die Größe Österreichs ja weit zu viel Geld in die Ost-
    staaten gegeben.-Diese "bekannten Kreise" waren ja
    in habsburgischer Großmannssucht jahrelang in Goldgräber-
    stimmung. Allerdings waren Österreichs Banken dann doch
    so clever,nicht an der US-Hypothekenkrise teilzunehmen
    wie die HRE,IKB,CBK,und so manche Landesbank.
    Die Argumentation von "Stubi",daß Österreich schon lange
    pleite ist, darf aber bei höchster Bonität(AAA) in den
    Bereich "Grimms Märchen" eingestuft werden. LG

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