Griechenland-Rettung
Banken „können mit der Lösung nicht unzufrieden sein“

Banken und Versicherungen stellen ihren freiwilligen Beitrag zur Rettung Griechenlands als schmerzhaftes Opfer dar. Doch so schlecht kommen sie mit der nun vereinbarten Lösung nicht davon.
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„Ja, das trifft uns hart.“ Mit diesen Worten bewertete Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann die Ergebnisse des Euro-Krisengipfels. Er hatte zuvor mit am Tisch gesessen bei den Verhandlungen – in seiner Funktion als Vorsitzender des internationalen Branchenverbands Institute of International Finance (IIF). Kritiker monieren, dass er damit übertreibt und die Finanzbranche besser fährt als von ihm dargestellt. Da lohnt sich ein Blick ins Detail.

Das neue Rettungspaket umfasst 109 Milliarden Euro und zusätzlich einen Beitrag der privaten Gläubiger von bis zu 37 Milliarden Euro. Diese haben vier Möglichkeiten, um ihre Anleihen umzutauschen oder deren Laufzeit zu verlängern. Weitere 12,6 Milliarden Euro sollen die privaten Gläubiger beisteuern, indem sie alte griechische Anleihen unter dem Nominalwert an den Rettungsfonds EFSF verkaufen.

In jedem Fall machen die Banken und Versicherungen im Vergleich zum Nennwert der Anleihe einen Verlust. Nach Ackermanns Worten belaufen sich die Abschreibungen, welche die Geldhäuser auf griechische Positionen vornehmen, auf 21 Prozent.

Wirtschaftsprüfer und Top-Banker hatten zuvor 30 bis 50 Prozent für realistisch gehalten. „Wir hatten alle deutlich höhere Belastungen erwartet“, sagte ein Bankenvertreter am Freitag laut der Nachrichtenagentur Reuters . „Das überfordert die Branche nicht.“

Banken und Versicherer konnten angesichts der Probleme Griechenlands nicht mehr ernsthaft davon ausgehen, für griechische Staatsanleihen jemals den Nennwert ausbezahlt zu bekommen. Vor wenigen Tagen notierten griechische Staatsanleihen am Markt nur noch bei der Hälfte dieses Wertes.

Die Banken mussten wohl schon für das zweite Quartal hohe Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen vornehmen, die sich etwa für die Commerzbank auf schätzungsweise bis zu 900 Millionen Euro belaufen. Denn die Anleihen sind ganz überwiegend im Bankbuch verbucht, wo sie im Gegensatz zum Handelsbuch nicht zum Marktwert bilanziert werden müssen. So sind bei den 90 kürzlich im Stresstest überprüften europäischen Banken laut einer Analyse der „Financial Times“ nur griechische Anleihen im Wert von 3,9 Milliarden Euro zu Marktpreisen verbucht, dagegen Anleihen im Wert von 78,8 Milliarden Euro zum Nennwert.

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  • Allen ist klar wir werden von den Banken reingelegt.

    Aber ist es wirklich wahr, dass der Abschlag der 13 Mrd die der EFSF aufkauft schon festgelegt ist? Kann ich mir nicht vorstellen. Warum sollt der EFSF zu hoeheren Preisen als Marktpreisen Anleihen kaufen, nicht auf dem Sekundaermarkt, ohne Anleihen nach oboen zu manipulieren. Wenn der EFSF 13MRd Anleihen aufkaufen will, sollte der jeden Tag angebote machen, 1 Mio aufzukaufen zu 2,5% - 3,5% Rendite, das wird dann die Marktzinsrate. So koennte man die Anleihen nach unten manipulieren.

    Und wie sieht es mit den Zinsraten fuer Griechenlandanleihen aus. Der Buerger finanziert mit 3,5% ueber bis zu 30 Jahren. Keine Buergschaft.

    Und die banken schlagen vor 4,5% oder 6,4% mit 20% Abschlag - auch ueber 30 Jahre - allerdings voll verbuergt. (Weitere details auf eurogate101.com)

  • Eine der gängigen Definitionen von Intelligenz ist die Fähigkeit zu lernen. Könnten Sie mal erläutern was Ihr Kommentar mit dem Thema zu tun hat.

  • Werden in den Medien absichtlich die falschen Fragen gestellt???

    Sind Politiker, Konzern- und Medienbosse nur Marionetten der globalen Hochfinanz?

    Sind die privaten Konzernmedien da um uns zu informieren oder um uns abzulenken und eine bestimmte Meinung einzutrichtern?

    Wem gehören eigentlich weltweit die Medien AGs???

    Wer die Information kontrolliert, kontrolliert alles!!!

    Wer die Grundursache unserer Probleme verstehen will sollte unser Schuldpapiergeldsystem analysieren.

    Wie entsteht Geld?

    Schaffen die Banken Schuldgeld aus dem nichts??

    Hat der Staat den Geschäftsbanken das Monopol der unendlichen Geldschöpfung erteilt?

    Spielt es eine Rolle was die Welt kosten, wenn Banken unendlich viel Geld aus dem nichts schöpfen können?

    Gehört die Welt ( Medienkonzerne, Energiekonzerne, Lebensmittelkonzerne, Pharmakonzerne, etc. ) den Banken?

    Welches Problem entsteht, wenn die Geldmenge verzinst wird und es keine neuen Schuldner gibt die die Zinsen zahlen?

    Ist die weltweite Verschuldung Systembedingt?

    Ist unser Zinsgeldsystem die Ursache für die immer größer werdende Schere zwischen Arm und Reich?

    Werden wir vom Staat und den Banken ausgebeutet?


    Wer wissen will in was für einer manipulierten Scheinwelt wir leben, sollte folgende Seite besuchen:

    www.steuerboykott.org


    Dieser Kommentar wurde von FAZ.net, Süddeutsche.de, welt.de, focus.de und Zeit.de nicht veröffentlicht, Zensur!!!

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