Griechenland und der Euro

„Der Sondergipfel am Montag kommt zu spät“

Die Bargeld-Abhebungen in Griechenland haben sich in den vergangenen Tagen beschleunigt, die EZB tagt in einer Not-Konferenz zur Lage der Geldhäuser. Die Lage der griechischen Banken spitzt sich zu.
Update: 19.06.2015 - 12:25 Uhr 12 Kommentare

Bleiben die griechischen Banken am Montag zu?

Bleiben die griechischen Banken am Montag zu?

FrankfurtMit Herkules C-130 Militärmaschinen kam vor drei Jahren die begehrte Ware aus Italien und Österreich nach Griechenland: 50- und 100-Euro-Scheine in großen Mengen. Vor den Parlamentswahlen 2012 hatten Griechen in wenigen Tagen 3,5 Milliarden Euro abgehoben und die Scheine in den Automaten wurden knapp. Eine Panik unter Bankkunden, falls die Bargeldversorgung austrocknet, sollte damit verhindert werden.

Die Mission mit der Notversorgung gelang damals, aber es war knapp. Der damalige Chef der griechischen Notenbank, Giorgos Provopoulos, erinnerte sich später. Er habe damals nicht gewusst, „mit welcher Währung er ins Bett gehen“ und „mit welcher er aufwachen“ würde. Jetzt hat Griechenland mit seinem Ministerpräsidenten Alexis Tsipras ein Déjà-vu. Die Situation ist ernst.

Die Europäische Zentralbank hat für Freitagmittag eine Notfall-Telefonkonferenz beschlossen. Am Donnerstagabend hatte ein per Hörensagen aus der Euro-Finanzministergruppe kolportiertes Zitat die Dramatik der Situation deutlich gemacht. EZB-Direktor Benoit Coeure habe auf die Frage, ob die griechischen Banken am Freitag öffnen könnten, gesagt: „Morgen ja. Montag – ich weiß es nicht.“

Erst am Mittwoch waren die Notfall-Kreditlinien (ELA) für die griechischen Banken um 1,1 Milliarden auf 84,1 Milliarden Euro ausgeweitet. Nur zwei Tage später sollen weitere drei Milliarden Euro nötig sein – darüber beraten die EZB-Offiziellen heute wohl. Ein EZB-Sprecher lehnte einen Kommentar ab.

Die Begeisterung zumindest bei einigen Währungshütern, die ELA-Hilfen schon wieder und so deutlich zu erhöhen, hält sich in Grenzen. Kommt es nicht zu einer Erhöhung, könnte das Griechenland dazu zwingen, noch am Wochenende Kapitalverkehrskontrollen einzuführen. Sonst könnte „ein Großteil der griechischen Banken ab Montag nicht mehr auszahlungsfähig sein“, erfuhr das Handelsblatt am Freitagmorgen aus Notenbankenkreisen.

Bei einer europäischen Notenbank heißt es angesichts der zugespitzten Situation: „Der Sondergipfel der EU-Staats- und Regierungschefs am Montag kommt zu spät.“

Bargeld wird stellenweise schon knapp
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12 Kommentare zu "Griechenland und der Euro: „Der Sondergipfel am Montag kommt zu spät“"

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  • Es ist überhaupt kein Problem, 5.000 € ohne Vorankündigung vom Konto abzuheben.

  • >> Wenn die armen lieben Griechen ihr Geld von den Banken abheben, beweisen sie ihren Banken, dass das Vertrauen verschwunden ist. >>

    In den westlichen Lügenmedien stellt man diesen Sachverhalt anders dar :

    hier heißt es : die Griechen plündern die Bankkonten....????!!!!...in dem sie ihr erarbeitetes Geld abheben....????!!!!!!!!

  • Es gibt kein gutmütigeres,aber auch kein leichtgläubigeres Volk als das deutsche.Keine Lüge kann grob genug ersonnen werden,die Deutschen glauben sie.Um eine Parole,die man ihnen gab,verfolgen sie ihre Landsleute mit größerer Erbitterung als ihre wirklichen Feinde.
    Napoleon Bonaparte
    Wußte garnicht,daß Napoleon so ein guter Psychologe war-das Schlimme daran:In den letzten 200 Jahren hat sich an diesem Phänomen anscheinend nichts geändert.Siehe Griechenlandkrise etc.etc.etc.

  • Wenn die armen lieben Griechen ihr Geld von den Banken abheben, beweisen sie ihren Banken, dass das Vertrauen verschwunden ist. Aber wir Deutschen und die anderen Euro-Länder sollten diesen Bankrotteuren vertrauen? Wie erbärmlich ist das denn?

  • „(…)kommt zu spät“
    Hat jemand etwas anderes erwartet?

    Läuft doch alles wie gehabt (irgendwie auch wieder beruhigend – oder besser gesagt: einschläfernd).

    Also nach der Devise „Morgen, morgen, nur nicht heute.“ (Verantwortung? Was ist das?).

    Irgendwie haben die Politiker ja auch wieder recht.

    Warum sollten die die für das liebe Volk die Kastanien aus dem Feuer holen, wenn das – dies gilt zumindest für die meisten Bürger der sogenannten „entwickelten“ Länder – längst in der Lage ist, selber die Verantwortung zu übernehmen (bzw. die Voraussetzungen dafür zu schaffen)?

    Und das in den meisten Fällen nur zu bequem (oder, weil es die falschen Prioritäten setzt, zu „abgelenkt“) ist, von seinen Möglichkeiten Gebrauch zu machen??!

    Leute, Selberdenken (und daraus eigene Schlüsse zu ziehen, entsprechend zu handeln und die Verantwortung dafür zu übernehmen) ist nicht nur äußerst befriedigend, sondern sogar unabdingbare Voraussetzung für wirkliche Freiheit!

    Nur wer - fast immer aus gesundheitlichen Gründen – tatsächlich nicht (mehr) in der Lage ist, selbst die Verantwortung für sich und sein Handeln zu übernehmen, hat allen (berechtigen!) Anspruch auf den Beistand der anderen.

  • Die EZB muss endlich aufhören Geld nach GR zu pumpen, dann werden die Herrschaften in GR vielleicht endlich wach.

  • Unsere Gutmenschen weinen uns doch immer etwas vor von den armen Griechen. Das geht aber vollkommen an der Realität vorbei. Geld aus dem Automaten ziehen kann nur jemand der noch etwas auf dem Konto hat. Bei mehr als 85 Mrd. in wenigen Wochen waren das bestimmt nicht die armen Rentner mit 250 € im Monat. Auch Hunderte Millarden die über die Grenzen geschafft wurden in ausländische Konten oder Immobilien in Berlin, Paris, London usw. die muss man auch erst einmal haben.
    Macht die Regierung Tsipras hier ein Spiel mit uns? Wir reden dauernd über läppsiche 2 Mrd. die nicht zurückgezahlt werden können und transportieren offensichtlich weiterhin Bargeld in Form von ELA Krediten nach Athen, die die Griechen ja auch nicht zurückzahlen können im Falle eines Ausscheidens. Warum har Draghi nicht erst Kapitalkontrollen gefordert bevor er jetzt täglich Milliarden nach Athen schickt. Goldman Sachs hat den Griechen ja schon einmal Geheimkredite in der Größenordnung von 100 Mrd. gegeben beim Eintritt in den EURO. Steckt Draghi mit den reichen Griechen unter einer Decke und Mutti mit ihrem Opa merken mal wieder nichts? So langsam stinkt der Braten gewaltig.

  • Am Schluss kommts raus, das es sich um eine Null-Meldung handelt. Man möge als Durchschnittsdeutscher einfach mal so - unangemeldet - in seine Hausbank gehen und 5000 EUR in bar abheben wollen. Man wird sich wundern, und wenn es den richtigen Journalisten trifft, der sein Geld nicht (vollständig) ausbezahlt bekommt, ist der deutsche Bankrun ist nicht weit.

  • >> „Der Sondergipfel am Montag kommt zu spät“ >>

    Durch Gipfelpolitik kann weder Konflikte lösen noch einem maroden Land auf die Sprünge helfen.
    Gipfelpolitik ist eine andere Art von Kleptokratie, nicht mehr und nicht weniger.

    Das Kind liegt endgültig im Brunnen.

    Es gibt nur zwei Möglichkeiten des Problems.

    - Grexit. Wobei hier unterschieden werden muss zwischen einem Grexit durch die Griechen selbst und einem Grexit ( quasi Rausschmiß aus dem € und der EU ) durch die EU. Beides mal sind die Schulden aber weg.

    - Weiter so. Hier müsste Griechenland aber wiederum entschuldet werden und kann dann das Schuldenmachen weiter treiben. Konflikt ohne Ende wäre vorprogrammiert.

    Bei beiden Problemmlösungen wird aber der Anfang vom Zerfall der EU eingeleitet.

    Nach der Zinswende ( steigende Zinsen ) nimmt die Korrosion der EUtopia RICHTIG Züge an.

    Dann kommen auch Länder wie Italien und Frankreich wieder in die Bredouille !

    Brüssel und Akropolis Adieu...............!

  • Wer jetzt noch Geld auf der Bank hat ist selber Schuld. Tsipras und Fakis haben doch der Bevölkerung genug Zeit verschafft um die Konten leer zu räumen. Die EZB und der IWF und alle anderen Gläubigerbanken schauen in die Röhre.

    Was die beiden für die Griechen tun das hat keine Regierung in der Geschichte GR getan.

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