Griechische Banken Das Geld reicht nur bis Montag

Keine Nation kann ohne Banksystem überleben, sagt das maltesische Ratsmitglied der Europäischen Zentralbank. Doch das Ende der griechischen Banken deutet sich ohne neue EZB-Hilfe an: und zwar für Dienstagmorgen.
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Die Alpha-Bank zählt zu den vier großen Instituten Griechenlands. Quelle: dpa
Bankfiliale in Athen

Die Alpha-Bank zählt zu den vier großen Instituten Griechenlands.

(Foto: dpa)

Athen/DüsseldorfDie griechischen Banken haben nach eigenen Angaben nur noch genug Liquiditätspolster, um bis zum Wochenbeginn durchzuhalten. Nach Angaben ihres Branchenverbandes beträgt der Puffer der Institute eine Milliarde Euro, der bis Montag reiche. Danach hänge die Lage von der Europäischen Zentralbank ab, erklärt der Verband.

Am Montagabend hatte bereits der Chef der deutschen Finanzaufsichtsbehörde Bafin gewarnt: Wenn sich an der Situation in Griechenland nichts ändere, drohe innerhalb weniger Tage die Insolvenz der Institute, so Felix Hufeld. „Ob das zwei, drei, vier oder fünf Tage sind, da können Sie stundenlang darüber streiten“, sagte er. Hufeld sitzt im 25 Mitglieder zählenden Aufsichtsgremium der neuen EZB-Bankenaufsicht, die auch griechische Institute überwacht.

Die Europäische Zentralbank (EZB) stimmt derzeit regelmäßig über die ELA-Nothilfen ab, die von der griechischen Notenbank den Geschäftsbanken des Landes gewährt werden. Am Wochenende hatte die EZB die Höhe begrenzt und nicht weiter angehoben – anders als in den Wochen zuvor. Durch die EZB-Entscheidung hatte sich die Finanzsituation bei den griechischen Geldhäusern akut verschärft, da sich die Bargeldabhebungen am Wochenende extrem beschleunigt hatten. Die Regierung führte daraufhin Kapitalkontrollen ein und begrenzte die Abhebungen an Geldautomaten auf maximal 60 Euro pro Tag und Kunde. Nur Touristen dürfen mehr abheben; Rentner können 120 Euro pro Woche an Bankschaltern erhalten.

Bei der Volksabstimmung am Sonntag über die von den internationalen Gläubigern empfohlenen Sparauflagen für Griechenland, geht es indirekt auch um die Frage, wie die EZB mit den griechischen Instituten umgehen wird. Der EZB-Rat will sich in jedem Fall am Montag wieder mit der ELA-Höhe befassen. „Kommt es zu einem klaren 'Nein', darf die EZB aus unserer Sicht keine weiteren ELA-Notkredite genehmigen. In dem Fall würde das Bankensystem entgegen den Beteuerungen der griechischen Regierung vergleichsweise schnell kollabieren“, urteilen die Volkswirte der Hamburger Bank M.M. Warburg.

Die österreichische Nachrichtenagentur zitierte EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny am Freitag mit den Worten, der Rat werde „am Montag zu diskutieren haben, wie die Sache weitergeht.“ Insidern zufolge liegt derzeit der Gesamtrahmen für diese Notfall-Hilfen bei rund 89 Milliarden Euro. Kommt es zu keiner Erhöhung, droht dem griechischen Bankensystem das Aus, wie das Statement des Verbandes von Freitag deutlich macht. Die Ratingagentur Fitch hatte am Donnerstag eine Analyse veröffentlicht, wonach die griechischen Banken ohne Kapitalverkehrskontrolle, die den Transfer von Geld ins Ausland verhindern, bereits pleitegegangen seien.

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15 Kommentare zu "Griechische Banken: Das Geld reicht nur bis Montag"

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  • ..........................ich möchte zur Sache kommen...........und nicht Rumeiern und Lamentieren......was....wie......wo..........wann......
    Das bedeutet für mich, daß eine Diskussion mit diesen beiden Männern, die ihr Land vertreten und verantworten, nicht mehr möglich ist.
    Das sehen alle Verantwortlichen und beteiligten Personen genau so........... auf der anderen Seite........von Merkel über Schäuble bis hin zu dem finnischen Ministerpräsidenten und dem Rest der Union.........es muß also Neuwahlen geben, da ich glaube, daß ein Nein am Sonntagabend feststehen wird............die beiden werden zurücktreten und Neuwahlen wird die Folge sein............mehr dazu nicht.....

  • Ich frage mich die ganze Zeit, was die Griechen mit ihrem ins Ausland transferierten Geld machen. Und was machen die Griechen mit all den Milliarden Euro, die sie in den letzten Monaten von ihren Bankkonten abgehoben haben? Dass der Staat klamm ist, glaube ich mittlerweile auch nicht mehr. Denn was hat die derzeitige griechische Regierung alles an Unglaubwürdigem in der letzten Zeit verbreitet? Hat sie überdies nachgewiesen, wo die Milliarden von IWF, ESM und EZB usw. geblieben sind? Warum z.B. verschont die Tsipras-Regierung die "Reichen" beim Eintreiben der Steuern? Wir sind nicht verpflichtet, alles zu glauben, was man uns auftischt.

  • Weiter verhandeln sollte man in der €-Zone mit Griechenland schon, aber nicht über die Zahlung auch nur eines einzigen €-Cent.
    Die bisherigen Mrd. an GR: sind eh auf nimmer Wiedersehen für die Gläubiger verloren, das muß und darf man nicht noch aufstocken unter scheinheilige Argumenten.

  • @ Vitto Queri
    Soweit d’accord: „Die EZB muss sich mit ELA so oder so entscheiden....unabhängig vom Votum der Griechen". - Zitat Ende.

    Ohne ein „Programm“ dürfte es für die EZB aber sehr schwierig sein. Denn nachdem das EFSF am 30.6. endete, gibt es kein neues. Das muss erst ausgehandelt sein.

    Bisher hatte die EZB die ELA geliefert, da sich GR noch in einem „Programm“ befand (EFSF). Die neuen Verhandlungen dürften sich jedoch wieder ZIEMLICH lange hinziehen.

    Das hieße also, falls der EZB-Rat mit 2/3-Mehrheit für eine weitere Aufstockung der ELA-Kredite stimmte, handelte er ohne Recht und Gesetz.

    Aber das kennen wir ja schon alles zur Genüge.

  • @ Vitto Queri
    Soweit d’accord: „Die EZB muss sich mit ELA so oder so entscheiden....unabhängig vom Votum der Griechen." ... Zitat Ende.

    Ohne ein „Programm“ für Griechenland dürfte es für die EZB aber sehr schwierig sein. Denn nachdem das letzte Programm am 30.6. endete, gibt es kein neues. Das muss erst ausgehandelt sein.

    Bisher hatte die EZB die ELA geliefert, da sich GR noch in einem „Programm“ befand (EFSF). Die neuen Verhandlungen dürften sich jedoch wieder ZIEMLICH lange hinziehen.

    Das hieße also, falls der EZB-Rat mit 2/3-Mehrheit für eine weitere Aufstockung der ELA-Kredite stimmte, handelte er ohne Recht und Gesetz.

    Aber das kennen wir ja schon alles zur Genüge.

  • Das Chaos [ˈkaːɔs] (von griechisch χάος cháos) ist ein Zustand vollständiger Unordnung die doch von der jetzigen Regierung mit voller Absicht von Anfang an herbei geführt wurde .Man war nie Willens etwas anders zu tun als auf einen Kompletten Schuldenerlass hin zu arbeiten.
    Grexit ist ein Kofferwort -hier hat wohl jemand seinen Koffer samt Inhalt einfach abgestellt ! Der ehrliche Finder wird das teuer bezahlen müssen oder hat es schon!

  • Und was sagt der griechische Finanzminister dazu? Laut Twitter:
    "Greek FinMin Varoufakis: All 4 systemic Greek banks are safe"

    Alle vier systemrelevanten Banken sind sicher.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • @H. v. Stettin. Ihr Vergleich ist nicht nur unzutreffend, er ist auch eine Unverschämtheit. Rentner und Arbeitslose pauschal als Sozialschmarotzer zu deklarieren, zeugt von Menschenverachtung und der Unfähigkeit, differenzierte Betrachtungsweisen zuzulassen. Gut, dass Sie nicht zu entscheiden haben, wer (erworbene!) Ansprüche hat.

  • >> Der EZB-Rat will sich in jedem Fall am Montag wieder mit der ELA-Höhe befassen. „Kommt es zu einem klaren 'Nein', darf die EZB aus unserer Sicht keine weiteren ELA-Notkredite genehmigen. >>

    Aus eurer Sicht.......wer seid ihr und was habt ihr der EZB zu sagen.....NICHTS !

    Bei der EZB entscheidet immer noch eine 2/3-Mehrheit. Deutschland hat dort EINE Stimme...wie auch Malta.

    Und das wichtigste : die Griechen entscheiden am Sonntag, ob sie das Troika-Angebot vom 25.6.2015 gut finden oder nicht.

    Nicht mehr und auch nicht weniger.

    Die EZB muss sich mit ELA so oder so entscheiden....unabhängig vom Votum der Griechen.

    KEINER kann die Griechen aus dem € drängen....ausser die Griechen verlassen diesen € selbst.

    Bei NICHT-Genehmigung der ELA-Stützung riskiert die EZB die Bekanntgabe der Pleite Griechenlands. Dann sind 350 Mrd.€ futsch.......aber die Griechen immer noch im € - Raum.

    So schaut es aus, verehrtes Handelsblatt.

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