Größte US-Bank
JP Morgan verbietet Nutzung von Chatrooms

JP Morgan Chase verbietet ihren Händlern die Nutzung von Chatrooms. Auch für soziale Zwecke sind die virtuellen Treffpunkte tabu. Die Internet-Plattformen stehen im Mittelpunkt der Untersuchungen von Aufsichtsbehörden.
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LondonMit JP Morgan Chase verbietet nach Angaben eines Insiders nun auch die größte US-Bank ihren Händlern in Folge der Manipulationsskandale die Nutzung von Chatrooms. Die Angestellten dürfen die virtuellen Treffpunkte auch nicht mehr für ihre private Kommunikation nutzen, erklärte eine mit der Angelegenheit vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag.Das Verbot betreffe Chatrooms mit mehr als zwei Teilnehmern und werde noch in dieser Woche in Kraft treten. Der bilaterale Austausch zwischen JP Morgan-Händlern mit Kollegen anderer Banken werde ebenfalls überprüft, hieß es weiter. JP Morgan lehnte eine Stellungnahme dazu ab.

Die Internet-Plattformen stehen im Mittelpunkt der Untersuchungen von Aufsichtsbehörden, die weltweit dem Verdacht von Manipulationen wichtiger Indizes und Referenzkurse durch eine Vielzahl von Banken nachgehen. Die Branchenaufseher durchforsten Tausende dieser Kurz-Botschaften, um Hinweise zu erhalten, ob sich Händler unerlaubt über Kurse ausgetauscht haben. Auf diese Weise waren sie schon Ungereimtheiten bei der Ermittlung des Libor- und Euribor-Interbankenzinssatzes auf die Spur gekommen. Allein der Libor-Skandal hat die Branche bereits Milliarden von Dollar an Strafzahlungen gekostet.

Das Verbot der Chatrooms bei JP Morgan habe jedoch nicht direkt mit den Ermittlungen der Behörden wegen des Verdachts von Devisen-Manipulationen zu tun, erklärte der Insider. Vielmehr werde die Nutzung bereits seit Anfang des Jahres überprüft und nicht erst seit Beginn der Ermittlungen im Juni. „Hier ging es immer um mehr als um Devisen“, erklärte der Insider. Die informelle Atmosphäre der Chatrooms erhöhe ganz allgemein die Gefahr, dass sich Angestellte „unpassend“ äußern.

Andere Banken haben zuletzt ähnliche Schritte unternommen. So gab erst Anfang des Monats die Deutsche Bank bekannt, die Nutzung von Multi-Party-Chatrooms im Devisenhandel zu untersagen. Nach Reuters-Informationen haben auch die zusammen mit der Deutschen Bank im Devisenhandel weltweit führende US-Investmentbank Citi, die britische Barclays und die UBS Internet-Chats verboten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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