Großbank: BNP Paribas baut auf Ende der Euro-Krise

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BNP Paribas baut auf Ende der Euro-Krise

Die Angst vor einer Pleite Griechenlands hat sich in den Zahlen der französischen Großbank BNP Paribas deutlich niedergeschlagen. Dennoch versprüht Bankchef Bonnafe Optimismus. Die BNP-Aktie legte um sieben Prozent zu.
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ParisDie französische Großbank BNP Paribas stimmt nicht in die Molltöne ihrer europäischen Konkurrenten ein. Die Lage in der Euro-Zone stabilisiere sich langsam, das Vertrauen kehre zurück, sagte der neue BNP-Chef Jean-Laurent Bonnafe am Mittwoch. Das mache sich etwa im Investmentbanking bemerkbar, wo die Geschäfte seit Jahresbeginn wieder anzögen.

Im Schlussquartal 2011 brach der Nettogewinn von Frankreichs größtem Geldhaus zwar um die Hälfte ein, was auch weiteren Abschreibungen auf griechische Anleihen geschuldet war. Doch mit 765 Millionen Euro verdiente BNP dank ihres starken Privatkundengeschäfts noch immer deutlich mehr als erwartet, während Rivalen wie die Deutsche Bank und Credit Suisse wegen schwacher Kapitalmarktgeschäfte zuletzt herbe Verluste geschrieben hatten.

„Wir sehen eine gewisse Konjunkturabkühlung in Europa, aber keine Rezession“, sagte Bonnafe zu Reuters Insider TV. Der Franzose, der im Dezember das Ruder von Baudouin Prot übernommen hatte, äußerte sich damit deutlich zuversichtlicher als etwa der Chef der niederländischen Großbank ING in der vergangenen Woche. Dieser hatte gewarnt, die Schuldenkrise breite sich immer stärker auf die Realwirtschaft aus.

Nach Ansicht von Bonnafe war es vor allem die Europäische Zentralbank (EZB), die mit ihren langlaufenden und sehr billigen Geldspritzen für die Banken für einen Stimmungsumschwung in Europa gesorgt hat. Börsianer ließen sich vom Optimismus anstecken. Die BNP-Aktie legte um sieben Prozent zu und beflügelte auch die Papiere der heimischen Rivalen Societe Generale und Credit Agricole.

Weniger Boni für die Investmentbanker

„Die Gewinne in der Investmentbank sind geschrumpft, aber weniger als bei anderen Instituten“, sagte Fondsmanager Yohan Salleron von der Investmentboutique Mandarine Gestion. Vor Steuern schaffte BNP im Schlussquartal in der Sparte gerade mal die Nulllinie. Bonnafe will deshalb den Bonuspool der Investmentbanker um die Hälfte kürzen. Auch bei anderen Großbanken müssen sich die ehemals gefeierten Stars der Finanzbranche mit weniger zufrieden geben, vielerorts werden sogar Stellen gestrichen, um an allen Ecken und Enden zu sparen.

In Griechenland sind die französischen Banken mit am stärksten engagiert. Die anhaltenden Abschreibungen auf Hellas-Bonds schlagen deshalb bei ihnen auch besonders stark ein. BNP nahm den geplanten Schuldenschnitt für Athen im Schlussquartal bereits vorweg und schrieb die Anleihen radikal auf den Marktwert ab - was noch einmal 567 Millionen Euro kostete. Bonnafe erwartet aber aus heutiger Sicht keine weiteren Belastungen im neuen Jahr.

Gut kam bei Investoren auch an, dass BNP die strengeren Kapitalanforderungen der europäischen Bankenaufsicht EBA schon Ende 2011 erfüllte - sechs Monate vor Ende der Gnadenfrist, die die Regulierer gesetzt haben. Die harte Kernkapitalquote lag bei 9,2 Prozent, gefordert sind dann 9,0 Prozent. Bonnafe, der 2013 wieder auf Wachstum umschalten will, räumt in der Bilanz aber weiter auf: Er fährt Kredite zurück und stößt Geschäftsteile ab. Für eine Dividende reicht es trotzdem noch, wenn auch eine schmalere: Die Aktionäre sollen für 2011 pro Aktie 1,20 (Vorjahr: 2,10) Euro bekommen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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