Großbank: BNP Paribas fährt Milliardenverlust ein

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BNP Paribas fährt Milliardenverlust ein

DIe amerikanischen Großbanken haben bereits tiefrote Zahlen vorgelegt, nun kommen auch von der französischen BNP Paribas schlechte Nachrichten. Das Kreditinstitut rechnet fürs abgelaufene Quartal mit einem Milliardenverlust – wobei das Gesamtjahr dann doch noch positiv ausgefallen sein könnte.

HB PARIS. Die Verschärfung der Finanzkrise hat bei der französischen Großbank BNP Paribas Ende vergangenen Jahres zu einem Milliardenverlust geführt. Vor allem wegen herber Einbußen im Investmentbanking und gestiegener Kredit-Ausfallrisiken belief sich der Fehlbetrag im vierten Quartal auf 1,4 Mrd. Euro, wie das Institut am Montag mitteilte.

Das Minus des französischen Branchenprimus fiel allerdings geringer aus als bei vielen Rivalen: So musste die Deutsche Bank einen mehr als drei Mal höheren Verlust verkraften. Anders als die Frankfurter hat BNP Paribas aber bereits auf Milliardenhilfen des Staates zurückgegriffen und will dies auch künftig tun, um Befürchtungen über eine zu dünne Kapitaldecke zu zerstreuen.

Auch die anderen französischen Institute haben mit der seit anderthalb Jahren schwelenden Finanzkrise zu kämpfen. Um Kosten zu sparen und die Kräfte zu bündeln, wollen Credit Agricole und Societe Generale nun ihre Vermögensverwaltungen zusammenlegen. Mit gemeinsam verwalteten 638 Mrd. Euro entstehe einer der zehn größten Anbieter in der Branche. Die Deutsche Bank würde überholt, sie kommt in diesem Bereich auf gut 500 Mrd. Euro. 70 Prozent des neuen Unternehmens gehören Credit Agricole, Societe Generale hält den Rest. „Angesichts der rasanten Entwicklungen in der Finanzbranche müssen die Banken ihr Geschäftsmodell auf den Prüfstand stellen“, erklärte Agricole-Chef Georges Pauget.

Im Gesamtjahr schreiben die französischen Großbanken aber zumeist noch Gewinne. Bei BNP Paribas beläuft sich das Plus trotz Belastungen im Zusammenhang mit Engagements beim mutmaßlichen US-Anlagebetrüger Bernard Madoff auf rund drei Mrd. Euro. Societe Generale kommt 2008 auf einen Nettogewinn von rund zwei Mrd. Euro. Die Aktien der Institute zogen am Montag kräftig an. Europaweit standen Finanzwerte oben auf der Gewinnerseite, nachdem sie in den vergangenen Tagen kräftig an Wert verloren hatten. Am Markt war von Erleichterung die Rede, dass die Zahlen von BNP und anderen Häusern nicht so schlecht ausgefallen sind wie von vielen befürchtet worden war.

Die französische Regierung hat den heimischen Banken bereits mit gut zehn Mrd. Euro unter die Arme gegriffen. In Kürze ist ein zweites Paket in derselben Größenordnung geplant. BNP und Societe Generale haben bereits konkretes Interesse angemeldet, Credit Agricole äußerte sich bislang nicht dazu. Präsident Nicolas Sarkozy will wie auch die Bundesregierung vor allem die Kreditvergabe anfachen, um die Folgen der Rezession abzumildern. Aus Pariser Regierungskreisen verlautete, dass fünf Mrd. Euro an Bankhilfen dazu dienen sollen, Flugzeugkäufe zu finanzieren - so soll Airbus unterstützt werden.

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