Großbank
Lloyds ermittelt bei zwei Händlern wegen Libor

Die Ermittlungen im Libor-Skandal gehen weiter: Zwei Händler der britischen Bank Lloyds sollen in die Manipulation des Zinssatzes verstrickt gewesen sein. Dass auch leitende Manager involviert waren, ist nicht bewiesen.
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Lloyds Banking Group ermittelt unterrichteten Kreisen zufolge bei zwei Geldmarkthändlern wegen ihrer angeblichen Rolle bei der Manipulation von Zinsen. Das berichten drei informierte Personen, die um Anonymität baten, da die Untersuchungen noch nicht abgeschlossen seien.

Andrew Reed, der die Eingaben der Bank zum Yen-Libor abgab, wurde im Juni wegen Beschuldigungen beurlaubt, er habe unangemessene Diskussionen über den Referenzzinssatz geführt, berichten zwei Personen. Die zweitgrößte britische Bank in Staatsbesitz untersucht auch die Kommunikation von Andrew Doe, einem Yen-Kassahändler und Zinsfestsetzer, der die Bank Mitte 2009 verließ, heißt es weiter.

„Wie viele andere in der Branche arbeitet die Bank mit verschiedenen Aufsichtsbehörden bei ihren anhaltenden Ermittlungen über die Festsetzung des Libor zusammen”, schrieb Lloyds in einer Erklärung. „Bis diese Ermittlungen abgeschlossen sind, wären weitere Kommentare für uns unangemessen.” Lloyds befindet sich nach einer staatlichen Rettungsaktion zu 39 Prozent in Staatsbesitz.

Die beiden Händler stehen derzeit im Mittelpunkt der Ermittlungen der Aufsichtsbehörden über die Beteiligung von Lloyds bei Versuchen, Referenzzinssätze zu manipulieren, berichtet eine der informierten Personen. An den Benchmarks orientieren sich weltweit Wertpapiere im Volumen von mehr als 300 Billionen Dollar. Die in London beheimatete Bank werde wohl kaum in diesem Jahr einen Vergleich mit den Aufsichtsbehörden erreichen, sagt eine der Personen. Bisher hätten die Ermittlungen keine Beweise erbracht, dass leitende Manager involviert waren, heißt es.

Hingegen waren bei Royal Bank of Scotland Group Plc, Barclays Plc und UBS AG Dutzende von Händlern und ihre Vorgesetzten bei der Manipulation von Zinssätzen involviert, wie aus Dokumenten der Aufsichtsbehörden hervorgeht. Die drei Gesellschaften sind mit Geldbußen in Höhe von insgesamt 2,5 Mrd. Dollar belegt worden.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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